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Bier, Barock, Mönche und Metall

Oberösterreich vom 30. August bis 9. September 2021



Gerade erst am Freitag aus der Schweiz zurückgekommen, starten wir am Montag unser Auto noch einmal und steuern ein österreichisches Bundesland an, das wir bisher eigentlich nur von der Durchreise kennen.
Oberösterreich führt zu Unrecht ein Schattendasein unter anderen österreichischen Reisezielen, denn es bietet viel für Auge, Geist und Gaumen. Und da wir gerne kulturellen und kulinarischen Genüssen frönen, haben wir uns nach Osten auf den Weg gemacht. Für die ersten Tage sind vorab ein paar Reservierungen getätigt, den Rest haben wir dann aber erst von unterwegs weitergeplant. Das Wetter im Herbst ist ja nicht immer makellos und so hätten wir ein Hintertürchen offen gehabt - das wir aber schlussendlich nicht gebraucht haben.

Zum Einstimmen hier schon einmal die Reiseroute und die zurückgelegten Kilometer:

Unsere Reiseroute

 1. Tag: (Altheim - Stift Reichersberg) - Schärding (397 km)
 2. Tag: (Stift Engelszell - Oberranna - Wesenufer - Donauschlinge) - Schlägl (147 km)
 3. Tag: Schlägl - (Mühlviertel) (34 km)
 4. Tag: (Freistadt - Kefermarkt - Grein a.d. Donau) - Linz (190 km)
 5. Tag: Linz (VOEST - Mural Harbour) (30 km)
 6. Tag: (Linz Ars Electronica - Enns) - Steyr (53 km)
 7. Tag: Steyr (Oberösterreichische Landesausstellung 2021) (0 km)
 8. Tag: (Schlierbach) - Bad Hall (73 km)
 9. Tag: (Kremsmünster - Wels) - Bad Hall (70 km)
10. Tag: (Gmunden) - Altmünster (56 km)
11. Tag: Bad Reichenhall - Daheim (445 km)
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Mo 30.8. Mühsamer Start mit versöhnlichem Ende

Die prachtvolle Kirche St. Michael im Stift Reichersberg Natürlich hätten wir uns besseres Wetter gewünscht, aber nachdem es schon das ganze Wochenende geregnet hat, begleiten uns auch heute wieder mehr oder weniger heftige Regenschauer auf unserem Weg vom Bodensee um München herum an die bayerisch-oberösterreichische Grenze. Aber auch Umleitungen und Straßensperren wegen kleinräumiger Überflutungen können uns nicht bremsen und so sind wir zu Mittag in Altheim.

Das kleine Örtchen muss man eigentlich nicht gesehen haben, aber es gibt noch familiäre Beziehungen (eine Großtante von Werner war mit einem Braumeister von einer der beiden lokalen Brauereien verheiratet) und wir sind neugierig, ob es das alte Braugasthaus aus seinen Kindheitserinnerungen noch gibt. Tatsächlich gibt es am Hauptplatz noch eine Braugaststätte der Brauerei Wurmhöringer, aber Werner ist sich sicher, dass das Gasthaus in seiner Kindheit im Nebengebäude war. Dort ist jetzt eine Pension untergebracht, aber es ist leider geschlossen. Da die Zeit gerade passt, gönnen wir uns ein bodenständiges Mittagessen in der Braugaststube und machen anschließend ein paar regennasse Fotos für die restliche Familie.

Nach einer Stunde fahren wir weiter unserem heutigen Quartier entgegen und unterwegs schließt der Himmel seine Schleusen. Daher folgen wir spontan einem touristischen Wegweiser, der uns zum Stift Reichersberg weitere Informationen lotst. Die Sonne kommt heraus und so präsentiert sich das Augustiner Chorherrenstift von seiner malerischen Seite. Nur ist heute leider Montag und außer der sehenswerten Kirche sonst alles geschlossen, sogar der Klosterladen ist zu. Schade!

Mittelalterlicher Schandkorb für betrügende Bäcker zum Absenken in den Inn In der malerischen Altstadt von Schärding Wir fahren daher bald weiter und steuern unser über booking.com reserviertes Hotel Biedermeier Hof in Schärding an. Die Rezeption ist noch geschlossen, also machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein (ja - wirklich!) auf zu einem Spaziergang durch die Barockstadt am Inn. Beginnen am nahe gelegenen Wassertor mit dem frei zugänglichen Granitmuseum weitere Informationen, schlendern über die Innlände dem Grenzfluss entlang zur Alten Innbrücke, spazieren durch den Schlosspark und biegen in die von bunten Fassaden gesäumte Innenstadt ab.

Dort setzen wir uns am Oberen Stadtplatz neben dem Christophorus-Brunnen in eines der zahlreichen Straßencafés und gönnen uns eine Erfrischung. Schauen uns dabei im Internet nach einem Lokal fürs Abendessen um, aber montags ist fast alles zu. Werden aber gleich ein paar Schritte weiter fündig und reservieren im Lachinger's einen Tisch.

Dann spazieren wir zurück zum Hotel und können trotz nicht auffindbarer Reservierung einchecken. Das Zimmer ist nett und gemütlich, aber wir legen nur kurz die Füße hoch, bevor wir noch einmal die malerische Altstadt durchqueren und uns anschließend ein ausgezeichnetes Abendessen kredenzen lassen. Zufrieden stiefeln wir - nach einem kräftigen Regenguss - zurück ins Hotel.

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Di 31.8. Umwege, die sich lohnen

Stiftskirche Engelszell Der Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück und kurz nach halb zehn sind wir wieder unterwegs. Es ist trüb, aber soll besser werden, also hoffen wir das Beste!

Das einprägsame Logo des Römerburgus Das Navi lotst uns durch die Pampas vom Inn zur Donau und in Engelhartszell kommen wir zum ersten planmäßigen Zwischenstopp. Schauen erst die schöne barocke Kirche (mit dem modernen Deckengemälde) an, dann stöbern wir durch den Klosterladen von Stift Engelszell weitere Informationen und füllen unsere Vorräte an Wacholderschnaps, Kümmellikör und Trapistenbier auf.

Nächstes Ziel ist Oberranna, ein Ortsteil von Engelhartszell, direkt an der Donau. Dort erwarten den interessierten Besucher in einer unscheinbaren Halle mit dem Römerburgus weitere Informationen die Überreste einer römischen Befestigungsanlage am Donaulimes.

Nur ein paar Kilometer weiter der Donau entlang liegt Wesenufer, aber um dort hin zu kommen, müssen wir zurück nach Engelhartszell und durch das Hinterland, denn die Nibelungenstraße ist wegen Bauarbeiten am Donauufer gesperrt. Wir nehmen die zusätzliche Strecke trotzdem gern auf uns, denn etwas oberhalb der Donau befindet sich der phantastische Skulpturenpark weitere Informationen des Ehepaars Fahrner, der frei zugänglich ist. Während wir durch das nasse Gras stapfen und die Metallkreationen bestaunen, beginnt es wieder zu tröpfeln, also machen wir uns lieber vom Acker.

Phantasiefiguren aus Stahl im Skulpturenpark Fahrner Blick auf die Schlögener Schlinge vom Aussichtspunkt Steiner Felsen kommend Ein Ziel müssen wir unbedingt noch ansteuern, nämlich den Aussichtspunkt "Schlögener Blick", von dem aus man die beeindruckende Schlögener Schlinge sehr gut sehen kann. Vom Parkplatz Schlögenleiten GPS-Koordinaten aus ist es ein großteils ebener, 15-minütiger Spaziergang durch den Wald, dann eröffnet sich einem der Blick auf die Donau, die hier auf kürzester Strecke zweimal die Richtung wechselt - wirklich überwältigend! Und auch die Sonne blinzelt wieder hervor, was die Donau zwar nicht blauer macht, aber die Stimmung hebt. Es gibt noch einen zweiten Ort, um auf dieses Naturjuwel zu schauen, also suchen wir auch noch den Parkplatz "Steiner Felsen" in Eckersdorf. Von dort kann man hinter einem Bauernhof über Feld- und Waldwege zum Aussichtspunkt Steiner Felsen spazieren Auch von dort hat man einen schönen Blick auf die Donau, aber nicht mehr so spektakulär, da nur eine halbe Donauschlinge zu sehen ist.

Gegen 15:00 Uhr besteigen wir wieder das Auto und fahren der Donau entlang ein Stück zurück und über die Donaubrücke bei Niederranna etwa eine Stunde nordwärts ins Mühlviertel. In Aigen-Schlägl haben wir für die nächsten zwei Nächte eine Unterkunft im Biergasthaus Schiffner gebucht und beziehen ein nettes Zimmer mit großer Terrasse. Nach einer kurzen Erfrischungspause spazieren wir etwa 10 Minuten hinunter in den Ort und landen unweigerlich im Stiftskeller weitere Informationen, wo wir uns Biertapas und den lokalen Gerstensaft schmecken lassen. Und weil's so gemütlich ist und wir nach den kleinen Wanderungen eigentlich doch hungrig sind, bestellen wir ein zeitiges, zünftiges Abendessen. Beschwingt spazieren wir dann wieder zurück in unsere Unterkunft, wo wir noch einmal das Programm für den nächsten Tag durchgehen.

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Mi 1.9. Bier und Kultur

Bierverkostung nach der Brauereiführung im Stift Schlägl Nach der gut durchschlafenen Nacht genießen wir zuerst ein reichhaltiges Frühstück und im Anschluss noch die vom ungetrübten Himmel wärmende Sonne auf unserer Terrasse. Dann machen wir uns auf, um die reservierte Führung in der Stiftsbrauerei Schlägl weitere Informationen um 10:30 Uhr nicht zu verpassen. Der Braumeister selbst führt uns durch sein Reich, erklärt uns die Anlage, Allgemeines und Lokalspezifisches zum Bierbrauen. Sehr informativ und auch genüsslich, da es im Anschluss an die gut einstündige Führung noch eine Bierverkostung im Verkaufsraum gibt. Natürlich wandert dann auch ein Kartönchen in unseren Kofferraum.
Am Gelände des Stiftes Schlägl gibt es derzeit noch eine Ausstellung weitere Informationen über die früher hier massenhaft vorkommende Flussperlmuschel und die Produkte, die daraus gewonnen wurden. Das sind neben den eigentlichen Flussperlen, die für Schmuck und liturgische Gewänder verwendet wurden, auch die aus den Schalen gewonnenen Perlmuttknöpfe, die früher ein wichtiger Wirtschaftszweig in dieser abgelegenen Gegend waren.

Die Perlenkasel aus dem 16. Jahrhundert, die mit 10000 heimischen Flussperlen bestickt ist So überbrücken wir die gute halbe Stunde bis es Zeit für die vorab gebuchte Stiftsführung durch das Prämonstratenser Chorherren Stift Schlägl weitere Informationen ist. Sind pünktlich um 14:00 Uhr an der modernen Pforte und erhalten mit nur einem weiteren Gast Einblicke in die Stiftsausstellung. Ist schon beeindruckend, was wir auf dem Weg durch Kirche und Kreuzgang, Krypta und Gemäldegalerie, Bibliothek und Sakristei zu sehen bekommen. Besonders eindrücklich sind die prächtige Perlenkasel (ein Messgewand) und die Pietà aus dem Jahr 1642, sowie diverse liturgische Gegenstände. Auch in den Chor dürfen wir uns setzen und vom Chorgestühl aus den wunderschönen barocken Hochaltar bewundern.

Der 24 Meter hohe Aussichtsturm Moldaublick Nach eineinhalb kurzweiligen Stunden in den geschichtsträchtigen Mauern starten wir unser Auto und erkunden die Landschaft über der Großen Mühl. Die Region Hochfiecht im Mühlviertel ist ein Wander- und Wintersportparadies und bietet im Gebiet Ulrichsberg zwei Aussichtstürme. Zuerst spazieren wir zum "Moldaublick", einem 24 Meter hohen ehemaligen Ölbohrturm, von dem aus man einen schönen Ausblick über den Böhmerwald nach Tschechien zum Stausee Lipno (den wir schon von unserer Reise 2017 weitere Informationen kennen) hat. Die Sonne steht perfekt für malerische Fotos. Auf dem Rückweg finden wir auch noch Parkplatz und Wanderweg zum Aussichtsturm "Alpenblick". Diesen Holzturm sollte man aber am Vormittag besteigen, denn der namengebende Ausblick nach Süden leidet bei unserem Besuch doch ziemlich durch das Gegenlicht.

Dann wird es langsam Zeit, zurück zum Quartier zu fahren, denn für heute haben wir in unserer Herberge fürs Abendessen das Bierkulinarium gebucht. Unterwegs machen wir noch einen kurzen Halt im Zentrum von Aigen mit dem barocken Brunnen und der Pfarrkirche. Am Zimmer machen wir uns dann frisch und lassen uns anschließend im Restaurant überraschen. Unser Gastgeber ist der erste Biersommelier-Weltmeister und braut auch sein eigenes Bier. Nach einem schäumenden Aperitif bekommen wir fünf delikate Gänge mit internationaler Bierbegleitung und ausführlicher Erklärung dazu. Ohne die lärmende zehnköpfige Gesellschaft am Nebentisch wäre der Abend perfekt gewesen. Nichtsdestotrotz verlassen wir sehr gut gefüllt und zufrieden das Restaurant und sind froh, dass wir nur über die Treppe hinauf in unser Zimmer müssen.

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Do 2.9. Kleine Kostbarkeiten auf dem Weg in die Hauptstadt

Kleines Wehr im Scharzenbergischen Schwemmkanal Brauchen heute beim Frühstück etwas weniger ;-) und bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Aigen-Schlägl in Richtung tschechische Grenze. Bevor wir die nächste Stadt anfahren, möchten wir uns noch einen Teil des Schwarzenbergischen Schwemmkanals weitere Informationen anschauen. Über ihn wurde 150 Jahre lang Holz aus dem Böhmerwald zur Mühl und weiter zur Donau geschwemmt und anschließend bis Wien geliefert. Die Beschilderung für unseren spontanen Abstecher ist etwas dürftig, aber wir finden einen Parkplatz im Wald und einen Wander- bzw. Radweg, der dem inzwischen musealen Wasserweg folgt. Kommen so auf unserem Spaziergang durch den Wald doch noch zu einer kleinen Schleusenanlage.

Alte Klöppelarbeit im Schlossmuseum von Freistadt Danach beschließen wir, möglichst nahe an der Grenze durch sanfte hügelige Landschaften und über namenlose Landstraßen nach Freistadt zu fahren. Dort kommen wir gegen 11:00 an und beginnen die Besichtigung am schönen, aber total zugeparkten Hauptplatz.

Im Tourismusbüro bekommen wir einen kleinen Stadtführer und so ausgestattet erkunden wir die noch immer mittelalterlich geprägte Altstadt mit Arkaden und Erkern. Im Mühlviertler Schlossmuseum weitere Informationen im Schloss Freistadt bekommen wir ein Sammelsurium aus 800 Jahren Stadtgeschichte geboten und erklimmen dabei auch einen Turm, von dem aus man einen hübschen Blick über die Stadt hat. Wieder zu ebener Erde spazieren wir noch durch Innenhöfe und Durchgänge und finden so auch noch einige der Wehrtürme der ehemaligen Stadtbefestigung. Hausbesitzer innerhalb der Stadtmauern haben übrigens noch immer das verbücherte Privileg, Bier der örtlichen 'Braucommune' zu beziehen. Diese ist die letzte ihrer Art in Europa und produziert ein süffiges Bier, das wir uns zum Abschluss unseres Besuches am Hauptplatz schmecken lassen.

Die von Baufahrzeugen bedrängte Pfarrkirche in Kefermarkt Nach dieser Rast führt unser Weg nach Süden. Bevor wir wieder an der Donau ankommen, steht ein sakraler Schatz auf unserer To-do-Liste: Der Kefermarkter Altar weitere Informationen gilt als ein Hauptwerk der gotischen Schnitzkunst. Für die Besichtigung müssen wir wieder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da rund um die Pfarrkirche Straßenbauarbeiten stattfinden. Aber der Spaziergang lohnt sich allemal! Die gotische Kirche selbst ist von außen eher unscheinbar, aber wenn man in der Gegend ist, sollte man sich das Innere nicht entgehen lassen und so wie wir ein paar Münzen für die Beleuchtung investieren. Die überlebensgroßen, ausdrucksstarken Heiligenfiguren sind eine Meisterleistung des ausgehenden Mittelalters.

Der wunderschöne Arkadenhof von Schloss Greinburg Eine Stunde und 50 Kilometer über kurvige Straßen durchs zentralmühlviertler Hochland später parken wir am Fuß des Felsens, auf dem das Schloss Greinburg weitere Informationen über der Donau thront. Seit knapp 200 Jahren im Familienbesitz des herzoglichen Hauses Sachsen-Coburg und Gotha ist ein großer Teil der seit dem Mittelalter bestehenden Anlage für Besucher geöffnet. Die privaten herzöglichen Festräume sind nur im Rahmen einer großen Schlossführung (gegen Voranmeldung) möglich, der Rest ist aber noch ausgedehnt genug. Es beginnt schon beim wunderschönen Arkadenhof, geht weiter über das "Diamant-Gewölbe" und die Sala Terrena (mit Fluss- und Kieselsteinen gestalteter barocker Raum), durch den großen Rittersaal zur Schlosskapelle und weiter bis zum oberösterreichischen Schifffahrtsmuseum. Dort erhält man Informationen zur Schifffahrt auf der Donau und ihren Nebenflüssen, zu den Gerätschaften und den beförderten Gütern, Zünften und Traditionen. Diverse Schiffsmodelle und alte Uniformen runden die Ausstellung ab.

Kunstinstallation vor unserem Hotel im Donaupark Nach einem letzten Blick über die Donau steuern wir dann unser Quartier für die nächsten Nächte in der Landeshauptstadt an. Nach einer Stunde Fahrzeit und Stau im Feierabendverkehr erreichen wir gegen 17:30 Uhr das ARCOTEL Nike Linz, das direkt an der Donau im Donaupark liegt. Das zum Hotel gehörende Restaurant Uferei hat einen guten Ruf und so reservieren wir bei der Rezeption gleich einen Tisch auf der Terrasse. Nach einer kurzen Restaurierungspause lassen wir es uns dann gut gehen und machen anschließend einen Verdauungsspaziergang entlang der Donau. Dabei eröffnen sich uns Ausblicke auf einige Sehenswürdigkeiten, die man sich in Linz nicht entgehen lassen sollte und von denen wir auch einige aufsuchen werden.
Auf dem Rückweg zum direkt neben dem Brucknerhaus liegenden Hotel kommen wir an der Sandburg weitere Informationen (der ersten Linzer Strandbar mit Sand und Palmen) vorbei und können uns der Atmosphäre nicht entziehen. Ergattern zwei Liegestühle und genießen Cocktails mit Blick auf die bunt beleuchteten modernen Kult(ur)objekte Ars Electronica Center und Lentos, sowie die Donau im Abendlicht --> echt Urlaub ;-)

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Fr 3.9. Linz, Hochofen und Subkultur

Denkmal des Biedermeier-Schriftstellers Adalbert Stifter (er ist auf dem St. Barbara-Friedhof in Linz begraben) Inneres des Mariendoms in Linz Für den heutigen Tag haben wir vorab schon zwei Führungen fixiert, aber davor geht sich noch ganz leicht eine kleine Stadtbesichtigung aus.

Nach dem reichhaltigen Frühstück spazieren wir der Donau entlang, am Kunstmuseum Lentos vorbei und biegen bei der Nibelungenbrücke zum Hauptplatz ab. Hier findet gerade der wöchentliche Bauernmarkt statt. Wir umrunden die Dreifaltigkeitssäule und spazieren anschließend am Adalbert-Stifter-Denkmal beim Landhaus vorbei zum Mariendom weitere Informationen, dessen Turm leider derzeit eingerüstet ist. Dieser neugotische Bau ist die größte Kirche Österreichs und wirklich beeindruckend. Während unserer Besichtigung übt der Organist, das macht den Besuch dieses Gotteshauses noch mal spezieller.
Auf dem Rückweg zum Hotel schauen wir noch in zwei weitere Kirchen hinein und kurz nach halb elf holen wir das Auto vom Parkplatz beim Hotel, um die nächste Attraktion nicht zu verpassen.

Blick auf das Voestalpine-Gelände in Linz Da wir nicht wussten, wie lange wir dorthin brauchen, sind wir etwas zu früh beim Besucherzentrum der voestalpine weitere Informationen am Rand des Industriegebietes. Wir haben eine Führung durch die Stahlwelt mit anschließender Werkstour gebucht. Um 11:30 folgen wir mit rund 20 anderen Besuchern einer Führerin und bekommen dabei in 90 Minuten den Weg vom Erz zum (Edel)Stahl erklärt, wegen der Kinder in der Gruppe leider immer wieder ungewollt unterbrochen. Von der Aussichtsplattform der Stahlwelt bietet sich uns noch ein spektakulärer Blick über das Werksgelände, das wir nach einer kurzen Pause auch noch besichtigen können. Um 13 Uhr besteigen wir einen Bus, mit dem unser Trupp hinter die Zäune und Absperrungen gebracht wird. Am Werksgelände fahren wir an Halden mit Kohle, Koks, Erzen und Schlacke, an Stahlbarren und aufgerollten Blechbändern vorbei und erreichen den Hochofen. Dürfen dort den Bus verlassen und über eine lange Treppe zu einem gegen Hitze und gleißendes Licht abgeschirmten Besucherraum gehen. Sehen von dort aus, wie gerade der Hochofen neu angestochen wird. Klappt nicht beim ersten Mal, so dass wir das Spektakel mit drehenden Warnleuchten, Sirenen und sprühenden Funken noch einmal bestaunen können - zu dumm, dass am gesamten Werksgelände das Fotografieren verboten ist. Dieser Teil war wirklich sehr interessant.

Zebra im Linzer Zoo am Pöstlingberg Im Anschluss an diesen Ausflug in die Technik besteigen wir wieder das eigene Auto und fahren zurück über die Donau auf den Pöstlingberg. Hier ist Kontrastprogramm angesagt, denn es geht ruhig und beschaulich zu. Zuerst werfen wir einen Blick in die barocke Wallfahrtskirche weitere Informationen, allerdings wird dort gerade geheiratet. Daher setzen wir uns für eine Erfrischung auf die Terrasse des Pöstlingberg-Schlössels und schauen hinunter auf die Stadt. Dann gönnen wir uns noch einen Besuch im Zoo Linz weitere Informationen (liegt auf halbem Weg hinauf auf den Pöstlingberg) bei heimischen und exotischen Tieren. Ist nicht groß, aber gemütlich und die meisten Wege verlaufen im Schatten der vielen Bäume.

Ein malender 'Paulchen Panther' in der Mural Harbour Gallery im Hafen von Linz Dann wird es Zeit zum Donauhafen zu fahren. Dort ist um 16:30 Uhr Treffpunkt zu einer Führung der besonderen Art: die Mural Harbour Gallery weitere Informationen ermöglicht es (inter)nationalen Graffiti-Künstlern, sich auf großen und kleinen Flächen legal auszutoben. Wenn am Linzer Hafen an Wochenenden etwas Ruhe einkehrt, kann man die auf den vielen Gebäuden angebrachten Wandbilder bewundern. Zuerst gibt es eine kurze Einführung in diese Kunstform und eine kleine Indoor-Galerie, bevor die Teilnehmer mit Warnwesten ausgestattet dem Guide folgen und das abgesperrte Hafengelände betreten dürfen. Spazieren zu den Hafenbecken 1 und 2, begleitet von informativen Ausführungen und Erzählungen zur Entstehung dieser Kunst im Allgemeinen und zu den hier befindlichen Werken im Besonderen. Da der Hafen immer in Bewegung ist, sind manche Bilder durch Waggons oder LKW verdeckt, leicht beschädigt, bereits verblasst oder auch schon übermalt. Aber einige der Bilder sind wirklich beeindruckend, was Motiv und Größe betrifft. Fast etwas erschlagen von so viel geballter Graffitikunst werden wir um 18:40 wieder entlassen.

Wir fahren zurück in die Innenstadt, suchen ein Parkhaus und von dort aus ein Lokal fürs Abendessen. Werden im Wirtshaus Keintzel im alten Rathaus fündig und setzen uns in den Innenhof, wo wir ganz passabel essen. Kurz nach 20:00 Uhr sind wir wieder im Hotel und erkämpfen uns einen Platz auf der Terrasse. Lassen diesen ereignisreichen Tag mit einem Glaserl Champagner ausklingen, heute ist ja unser Hochzeitstag!

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Sa 4.9. Kleinstädte mit großer Vergangenheit

Blick auf die gar nicht so blaue Donau von der Nibelungenbrücke in Linz Heute werden wir Linz wieder verlassen, aber nicht, ohne vorher einer modernen Linzer Institution einen Besuch abgestattet zu haben. Nach dem Auschecken lassen wir das bepackte Auto noch beim Hotel und spazieren am futuristischen Kunstmuseum Lentos vorbei durch den Donaupark. Wir überqueren die Nibelungenbrücke, wo am linken Donauufer ein nicht minder markantes Gebäude steht. Pünktlich zum Aufsperren um 10:00 sind wir beim Ars Electronica Center weitere Informationen und bestaunen dort die diversen Spielereien und Anwendungsmöglichkeiten von Daten in Kunst, Wissenschaft und Alltag. Im obersten Stock "erfindet" ein Bösendorfer-Flügel Werke im Stil von Bach oder Brahms, daneben gibt es ein Walzenklavier aus dem Jahr 1900 und eine orientalische Oboe, der durch einen wasserbetriebenen Blasebalg und mechanischen "Fingern" Töne entlockt werden. Woanders werden Schwingungen und Geräusche kunterbunt visualisiert. Der Bereich für die Sonderausstellungen im ersten Stock wird gerade umgebaut. Im Untergeschoß gibt es den interaktiven Ausstellungsbereich, aber wir ergattern keinen Mitarbeiter, der uns in die Spielereien genauer einweist. Um 11:00 stehen wir dann im Erdgeschoß zwischen vielen Kindern vor den Türen zu "Deep Space 8K". Es ist Einlass für die Familienveranstaltung, aber auch wir haben unseren Spaß den Spielen, Erklärungen und beeindruckenden Rundum-Projektionen, für die man teilweise eine 3D-Brille braucht. Vollgefüllt mit neuen Eindrücken spazieren wir dann zurück zum Hotel, holen das Auto und setzen zu Mittag unsere Reise fort.
Legionsadler der in Enns stationierten zweiten Legion im Römermuseum Lauriacum in Enns
Eine dreiviertel Stunde später suchen wir in Enns einen Parkplatz, den wir schließlich etwas außerhalb des historischen Zentrums finden. Spazieren zum Hauptplatz und halten im Schatten des freistehenden Stadtturmes dann endlich Mittagsrast. Schauen gemütlich den Leuten zu und beschließen dann, das Römermuseum Lauriacum weitere Informationen zu besuchen. Ist nur wenige Schritte entfernt und wir sind lange die einzigen Besucher, die sich die Informationen über die 2. Legion des römischen Heeres im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus ansehen. Nett und informativ gemacht und wir sind eine Weile damit beschäftigt, das Leben der Legionäre und die damaligen Lebensumstände an der römisch-keltischen Grenze zu erleben.

Moderne Kirchentür bei der Basilika St. Laurenz in Enns
Noch ganz von der römischen Zeit durchdrungen schauen wir danach noch zu den römischen Überresten bei der Basilika St. Laurenz weitere Informationen. Lassen uns vom Navi hinführen und sehen zuerst nur eher moderne Kirchentüren. Im Inneren kann man dann aber das Ergebnis von archäologischen Ausgrabungen besichtigen, nämlich die Grundmauern einer römischen Villa, die später mit einer frühchristlichen Kirche überbaut wurden.

Dann wird es Zeit dem Grenzfluss zwischen Ober- und Niederösterreich - der Enns - zu folgen, denn unser Quartier für die nächsten zwei Nächte ist in Steyr. Die 25 km legen wir rasch zurück und finden einen erst ab Montag wieder gebührenpflichtigen Parkplatz am Rande der Altstadt, das spart uns die 12 Euro Garagengebühr im Hotel harry's home Steyr.

Herzskulptur mit Vorhangschlössern in Steyr Wir erkunden dann die nahe gelegene Altstadt, wo an diesem Wochenende das Genuss- und Mostfest stattfindet. Nachdem wir die hübschen Häuser der Altstadt besichtigt haben, verkosten wir dann auch ein paar lokale Getränke. Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen haben wir heute ein bisschen Probleme. Steuern zielstrebig einen Italiener an, aber trotz früher Stunde ist schon voll, ähnliches in einem weiteren mediterranen Restaurant.

Letztendlich essen wir im Gastgarten vom Hotel Mader direkt am Hauptplatz, aber es ist nicht ganz das, was wir wollten, auch wenn es ganz gut war. Spazieren zurück zum Hotel und gönnen uns in der Skybar auf der Dachterrasse noch einen Gin-Tonic mit Blick über die Dächer der Stadt.

Zurück im Zimmer überlegen wir, was wir in den nächsten Tagen noch tun und anschauen wollen und reservieren dann mit etwas Mühe wegen abbrechender Internetverbindungen ein weiteres Hotel und eine Führung.

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So 5.9. Die oberösterreichische Landesausstellung

Steinbock im Schlossgraben von Schloss Lamberg in Steyr Beim Aufstehen wabert dichter Nebel vor dem Fenster, aber während des reichlichen Frühstücks verzieht er sich bereits. Heute haben wir die drei Standorte der oberösterreichischen Landesausstellung "ARBEIT WOHLSTAND MACHT" weitere Informationen auf dem Plan.

Beginnen mit einem Spaziergang durch den Werndlpark zum Schloss Lamberg weitere Informationen - es repräsentiert "Macht" - und schauen dort die Ausstellung über das Adelsgeschlecht der Lambacher an, das wichtig für die Stadt Steyr und die Entwicklung zum Industriestandort war. Bestaunen die Steinbockkolonie im Schlossgraben, bevor wir die Prunkräume im Schloss am Rande der Altstadt und die Bibliothek im Rahmen der Ausstellung besuchen. Anschließend setzen wir uns in die Orangerie im Schlosspark gleich daneben und gönnen uns eine kleine Mittagsrast auf der Terrasse. Reservieren gleich einen Tisch fürs Abendessen, damit es uns nicht so geht wie gestern.
Ausstellungsgebäude 'Arbeitswelt' in einer ehemaligen Waffenproduktionshalle an der Steyr
Anschließend spazieren wir über den Museumssteg über den Fluss Steyr und betreten das Museum "Arbeitswelt" weitere Informationen. Hier, in einer ehemaligen Waffen-Produktionshalle, widmet man sich dem Aspekt "Arbeit", den Fabriksarbeitern und den sich ändernden Arbeitsbedingungen. Natürlich dürfen die "lokalen Motorspezialitäten" Puch und MAN nicht fehlen, aber auch in heutigen Augen Kurioses (wie kaiserhuldigende Plakate, eine alte Gaststube oder eine pastellfarbene Küche) wird geboten.

Der Taborturm hoch über Steyr war einmal Teil der Stadtbefestigung Danach machen wir kurz Pause von der Landesausstellung und überqueren einen Industriekanal, folgen ihm und lassen uns dann von einem Panoramalift weitere Informationen zum Taborturm bringen. Vom modernen Aussichtssteg daneben bietet sich ein hübscher Blick über die Stadt und den Zusammenfluss von Steyr und Enns.

Um die Landesausstellung zu komplettieren müssen wir zurück zur Altstadt und diese durchqueren. Werfen dabei noch einmal einen Blick auf die hübschen barocken Fassaden, zwischen denen das gotische "Bummerlhaus" weitere Informationen, das markante Rathaus mit dem Turm und in die barocke Marienkirche hervorstechen. Abteilung Sensenproduktion im Stadtmuseum von Steyr Im Stadtmuseum im Innerberger Stadel weitere Informationen erwartet den Besucher der dritte Teil der Landesausstellung, der sich dem "Wohlstand" widmet. Zuerst bewundern wir aber das Äußere dieses ehemaligen Getreidespeichers, denn die Fassade ist mit Sgraffitomalerei verziert. Im Inneren wird den diversen Persönlichkeiten Steyrs gehuldigt, die im Laufe der Jahrhunderte der Stadt zu Wohlstand verholfen haben. Die Ausstellung ist ausgedehnter als vermutet, es gibt sogar ein "Sensenmuseum", das die Produktion dieses Mähgeräts in allen Arbeitsschritten detailliert darstellt.

Unbemerkt überquert man dabei über das Neutor den Grünmarkt und am Ende der Besichtigung landet man am Fuß des alten Stadttores am Ufer der Enns. Netterweise gibt es dort ein kleines Lokal mit Gastgarten, und wir lassen den Besichtigungstag mit zwei Gin-Tonics ausklingen.

Beschwingt geht es zurück zum Hotel und kurze Zeit später zum Restaurant Orangerie, dort haben wir ja einen Tisch reserviert. Sind rundum zufrieden mit dem Gebotenen und genießen auf dem Heimweg den lauen Abend.

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Mo 6.9. So ein Käse!

Das Zisterzienserstift in Schlierbach Nach dem reichhaltigen Frühstück bepacken wir unser Auto und verlassen Steyr kurz nach 9:00 Uhr in westlicher Richtung. Die Fahrt geht nach Schlierbach, denn im dortigen Zisterzienserstift weitere Informationen haben wir für heute eine Führung gebucht. Sind zu früh dran und gönnen uns in der Sonne auf der Terrasse des Panorama-Cafés einen Espresso mit Blick in die Landschaft.

Augenzwinkernde Darstellung der Käseproduktion im Zisterzienserstift in Schlierbach Um Punkt halb elf beginnt die Führung, die leider etwas mühsam ist, da die Führerin beinahe keinen Satz zu Ende bringt. Beginnen in der Glasmalerei, da ist aber nicht viel zu sehen und die Erklärungen helfen auch nicht weiter.

Die Stiftskirche ist derzeit wegen Renovierung gesperrt, aber der Kreuzgang mit der gotischen Schlierbacher Madonna ist doch sehenswert. Weiter geht es durch die barocken Klostergebäude, in den prunkvollen Bernardisaal und in die prächtige Bibliothek. Dazwischen zweigen wir in die Schaukäserei ab, dort kann man durch Fenster die Produktion des Schlierbacher Käses beobachten. Die Führung endet nach 90 Minuten im Panoramacafé mit der Verkostung von 8 Käsesorten.

Skulptur 'Ruhe bitte' im Kurpark Bad Hall Elegante Nixe im Kurpark Bad Hall Kurze Zeit später fahren wir weiter, ein Stück des Weges zurück und dann nach Norden bis Bad Hall. Parken in der Nähe des Kurparks, holen in der Info einen Stadtplan und Prospekte und werden so auf eine Ausstellung von Metallskulpturen im Kurpark aufmerksam.

Nach einer kurzen Rast am Hauptplatz bewundern wir die diversen Kunstwerke zum Thema Märchen und Sagen, die im gesamten Park verteilt aufgestellt wurden. Finden dabei "alte Bekannte" wieder, denn es stehen auch Fabelwesen aus dem Atelier Fahrner, das wir am Anfang unserer Reise besucht haben, unter den alten Bäumen. Nach einer knappen Stunde der Muse fahren wir rund um den Kurpark herum zu unserem Quartier für die nächsten beiden Nächte. Checken im Parkhotel Zur Klause ein und sind bald im dazugehörigen Hallenbad. Faulenzen auf den Liegen und plantschen im Pool, schließlich haben wir ja Sommerurlaub!

Das Hotel hat kein Restaurant und so folgen wir einer Empfehlung der Rezeption und fahren ein paar Kilometer bis Sierning. Das Restaurant im Landhotel Forsthof hat gute Kritiken und wir wollen uns was gönnen. Setzen uns in den wunderschönen Gastgarten und bekommen mit etwas Mühe (von der Karte ist nicht mehr alles verfügbar, da für die nächste Zeit nur mehr Halbpension für Hotelgäste angeboten wird, da der Wirt nicht ausreichend Fachkräfte finden kann) ein ausgezeichnetes Abendessen. Unterhalten uns noch mit dem Wirt über seinen ausgedehnten Weinkeller und die wirtschaftlich nicht gerade rosigen Zeiten, bevor es zurück ins Hotel nach Bad Hall geht.

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Di 7.9. Barocke Pracht und eine kleine große Stadt

Eingang zum Stift Kremsmünster Der berühmte Tassilokelch aus der Zeit der Stiftsgründung um 777 Wenn wir schon mal in der Gegend sind, darf natürlich ein Besuch bei einem speziellen Schmuckstück Oberösterreichs nicht fehlen. Dafür haben wir am Wochenende noch E-Mails verschickt und eine Führung im Stift Kremsmünster weitere Informationen gebucht. Wir starten nach dem Frühstück und fahren die etwa 10 Kilometer nach Kremsmünster. Bis zum Beginn der Führung ist noch viel Zeit, aber das kleine Ortszentrum ist recht übersichtlich. Nach einem Spaziergang, einmal die Hauptstraße hinauf und wieder hinunter, setzen wir uns vor eine Bäckerei am Marktplatz in die Sonne und fahren dann kurz vor 11 hinauf zum Eingang des Stifts.

Kaufen unsere Eintrittskarten und dürfen damit auch den Fischkalter besichtigen. Das sind 5 Becken mit Brunnenskulpturen in einem barocken Arkadenhof, die mit verschiedenen Fischen besetzt sind. Pünktlich um 11:30 beginnt die Führung nur für uns zwei und diesmal ist die Führerin wirklich gut. Freundlich und gut informiert vermittelt sie uns Wissenswertes und Interessantes zu den Höfen und Räumen, die wir durchwandern. Vom Prälatenhof geht es zum Kaisersaal und weiter zur beeindruckenden Bibliothek mit Geheimtür, durch die Gemäldegalerie mit den Porträts der Äbte und schließlich zur Schatzkammer mit dem berühmten Tassilokelch, einem der bedeutendsten liturgischen Gegenstände Österreichs, der schon über 1.200 Jahre in Kremsmünster aufbewahrt wird. Alles sehr beeindruckend und auf unsere Fragen bekommen wir ausführliche Antworten.

In der Stiftskirche werden wir dann entlassen und bekommen noch den Tipp, durch den Garten und an der Sternwarte vorbei zu spazieren, um den Blick von der Aussichtsterrasse über den Ort und die Landschaft zu genießen. Ein Besuch der Sternwarte geht sich leider nicht aus, die Führung wäre erst am Nachmittag und würde wieder 90 Minuten dauern.

Der Ledererturm am Eingang zur Welser Altstadt Restaurierter Wasserturm aus 1579 Stattdessen starten wir wieder das Auto und lassen uns vom Navi zum Pferdeeisenbahnmuseum in Wels führen. Dort erfahren wir aber, dass wegen Umbaus gerade geschlossen ist. Schade - das wäre mal was anderes gewesen. Setzen uns in den Gastgarten des Gasthofs daneben und beratschlagen unser restliches Programm. So fahren wir dann kurz vor 15:00 Uhr ins Zentrum der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs, parken beim Stadtplatz und schauen uns gleich mal das Wahrzeichen von Wels, den Ledererturm an. Danach gehen wir zur Touristeninfo und bekommen dort einen Stadtplan und Tipps für einen Rundgang, der sich am restlichen Nachmittag noch ausgehen sollte, wenn man nicht in jedes Museum hineingeht.

So spazieren wir am Minoritenmuseum vorbei zum Zwinger, einem restaurierten Wasserturm und am Kanal entlang zur Burg Wels weitere Informationen. Dort ist vor etwas mehr als 500 Jahren "unser" Kaiser Maximilian verstorben. Heute beherbergt sie einige kleinere Museen bzw. Ausstellungen zu Stadtgeschichte und Landwirtschaft. Einen Blick werfen wir auch noch auf das Haus der Salome Alt von Altenau mit dem gotischen Erker und den Renaissance-Fresken - sie war im 16. Jahrhundert die Lebensgefährtin und Geliebte des Fürsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau.

Dann stellt sich die Frage: Wo sollen wir zu Abend essen? Hier in Wels, unterwegs in Kremsmünster oder doch in Bad Hall? Beschließen hier zu bleiben, vertrödeln noch etwas Zeit in einem Gastgarten und sind dann gleich beim Öffnen der Küche im kroatisch-mediterranen Restaurant Agape. Setzen uns auch hier ins Freie und bekommen ein ausgezeichnetes Essen mit ebensolchen Getränken.

Zufrieden umrunden wir noch einmal den abendlichen Stadtplatz und fahren dann zurück nach Bad Hall.

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Mi 8.9. Keramik und Naturschönheiten

Eine übergroße Kaffeetasse am Eingang zu Gmundner Keramik Auch heute haben wir wieder vorab eine Führung geplant, aber wir haben noch genug Zeit für ein ausgedehntes Frühstück und eine gemütliche Fahrt über Landstraßen zum Traunsee. Mit der Hilfe des Navis finden wir locker zur Gmundner Keramik weitere Informationen wo wir Karten für den Besuch der Manufaktur erstehen. Bis zum Beginn der Führung stöbern wir durch den Laden und pünktlich um 10:30 bekommt ein recht großer Trupp von einem freundlichen Herrn einen informativen Einblick in die Produktion dieses traditionellen Handwerksproduktes. Nach einem Film und einem Blick in das Museum können wir bei diversen Stationen die Arbeitsschritte live erleben. Besonders interessant ist es bei den Keramikmalerinnen, die die Technik des Flammens beherrschen. Auch jemand aus der Gruppe darf sich an dieser Station versuchen und Claudia dekoriert mit mittelmäßigem Erfolg einen Teller mit einem dünnen Strahl flüssiger Farbe. Es hat einen Grund, dass die Ausbildung 2 Jahre dauert und das Flammen kurz vor unserem Besuch 2021 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe weitere Informationen ernannt wurde.
Das Keramik-Glockenspiel am Rathaus in Gmunden
Nach einer guten Stunde und einen letzten Blick in den Shop fahren wir ins Zentrum von Gmunden, stellen das Auto in eine Tiefgarage und spazieren vor zum See. Mit Blick auf den Hochstrahlbrunnen halten wir Mittagsrast auf einer schattigen Terrasse und überlegen, was wir heute noch tun sollen. Zuerst lauschen wir dem Keramik-Glockenspiel am Rathaus, dann spazieren wir gemütlich hinauf zur Stadtpfarrkirche mit einem schönen barocken Hochaltar und dann dem Ufer des Traunsees entlang zur Grünberg-Seilbahn. Mit dieser fahren wir hinauf auf den Grünberg und genießen den Blick über den See und auf Schloss Ort. Auf eine Abfahrt mit der Sommerrodelbahn verzichten wir, sondern nehmen nach einem kleinen Rundgang wieder die Gondel abwärts. Haben keine rechte Lust mehr auf Besichtigungen, wollen aber doch noch was sehen an diesem schönen Tag. Also besorgen wir uns beim Schiffsanlegeplatz Tickets für eine einstündige Rundfahrt auf dem oberen Teil des Traunsees. Das Wetter ist traumhaft, die Landschaft malerisch, das Licht schön und der markante Traunstein beeindruckend.

Das malerische Schloss Ort gesehen vom Grünberg Gut gelaunt gehen wir danach zu unserem Auto und steuern das letzte Quartier für diesen Urlaub an. In Gmunden selbst haben wir so kurzfristig nichts mehr gefunden, aber in Altmünster war im Panoramahotel Traunstein noch ein Doppelzimmer frei. Geht zwar nach hinten raus (also nix mit Panorama und Traunsteinblick), hat aber einen kleinen Balkon.

Jetzt fehlt eigentlich nur mehr ein gutes Lokal fürs Abendessen zu unserem Glück. Irgendwie haben wir jetzt Lust auf Pizza bekommen - ob das am sommerlichen Wetter und dem Wasser liegt? Jedenfalls gibt es hier im Ort, direkt am Traunseeufer, eine Pizzeria bei der wir unser Glück versuchen. Die Parkmöglichkeiten sind bescheiden, also stellen wir unser Auto bei einem Supermarkt in der Nähe ab und spazieren zur Pizzeria Valentino. Bekommen einen Tisch im großen Gastgarten direkt am See und lassen uns verwöhnen. Gute Pizzen, flinkes Service - Urlauberherz, was willst du mehr?
Nachdem die Sonne langsam untergeht verlassen wir den netten Platz und kaufen im Supermarkt als allerletzte Kunden noch ein Fläschchen gekühlten Sekt. Damit setzen wir uns dann im Hotel auf unseren Balkon und lassen dort diesen tollen entspannten Urlaubstag ausklingen.

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Do 9.9. Zum Salz und nach Hause

Die Saline in Bad Reichenhall Im Untergrund der Saline in Bad Reichenhall Heute fahren wir wieder heim, aber eine Besichtigung ist unterwegs noch eingeplant. Stärken uns noch einmal beim Frühstück und dann legen wir los. Anfangs etwas mühsam über die enge Uferstraße zurück nach Gmunden, dann zügiger nach Regau und auf die Autobahn gen Westen. Durchqueren das Salzkammergut mit den vielen Seen und bei Salzburg West geht es wieder auf eine Bundesstraße. Ohne nennenswerte Verkehrsprobleme passieren wir die Grenz zu Deutschland und erreichen kurz nach 10:00 Uhr die Alte Saline in Bad Reichenhall weitere Informationen.

Erstehen Eintrittskarten und nach einem Cappuccino in einem netten Café im Innenhof der historischen Industrieanlage lassen wir uns ab 11:00 durch die unterirdische Welt des Salzabbaus führen. Beginnen bei den beiden seit über 160 Jahre ununterbrochen laufenden Wasserrädern im Brunnenhaus, dann geht es hinunter zur 100 m langen Antriebswelle im alten Stollen und weiter zur Pumpe. Überall tropft es von der Decke, aber das macht nichts, es ist einfach nur interessant.

Nach einer Stunde sind wir wieder am Licht und in der Wärme und treten die vorletzte Etappe unserer Reise an. Fahren durch das Inntal, denn unterwegs machen wir noch Halt in der alten Heimat. Nach dem Familienbesuch in Innsbruck sind wir Teil des üblichen Feierabendverkehrs, aber wir haben ja nichts mehr vor und bringen auch die letzten 200 km gut hinter uns.

Zufrieden kommen wir zu Hause an und können auf einen gelungenen Urlaub mit vielen Eindrücken zurückblicken. Innovative Bierbrauer haben uns an vielen Tagen erfrischt, Klöster ihre Schätze offenbart und viel alte Architektur hat das Auge erfreut.

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