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Der Weg ist das Ziel

Interrail vom 14. September bis 7. Oktober 2022



Interrail - Erinnerungen an die Jugend, Abenteuer, Freiheit! Mit einem einzigen Ticket im Zug durch Europa - und es gibt es immer noch! War es am Anfang nur jungen Menschen bis 21 vorbehalten, wurde diese Altersgrenze immer weiter angehoben, bis sie inzwischen ganz weggefallen ist und es jetzt auch Seniorentickets gibt. Werner hat im Frühjahr gelesen, dass das Zugticket durch Europa im Jahr 2022 seinen 50. Geburtstag feiert. Und bei Kauf in einem bestimmten Zeitraum gab es 50 % Ermäßigung. Recht kurzentschlossen haben wir uns einen 1-Monats-Erste-Klasse-Railpass bestellt und dann erst mal nicht mehr weiter geplant - unser Urlaub ist ja erst im Herbst und was Corona bis dahin macht, weiß man nicht.

Die von uns mit dem Interrailticket benutzten nationalen Eisenbahnen Aber irgendwann mussten wir uns dann doch überlegen, wohin die Reise gehen soll. Im Süden waren wir jetzt doch schon öfter, die nördlichen Nachbarn und weiter oben haben wir noch nicht so intensiv erkundet (abgesehen von Schweden 2016 und ein paar Städtereisen). Also schauen wir mal, auf welchem Weg wir nach Norwegen kommen könnten und was es unterwegs zu sehen gibt. Und dabei merken wir, dass es mit der unbeschränkten Freiheit - zumindest für Berufstätige mit begrenztem Urlaubskontingent - doch vorbei ist, denn auf den meisten Routen in Skandinavien gilt Reservierungspflicht. Da sollte man schon einen genauen Plan haben, ganz spontan in der Früh schauen, ob und wohin es am Nachmittag weitergehen soll, ist nicht mehr drin.

Und darum hat Werner Fahrpläne studiert und Verbindungen herausgesucht, um Sehenswertes miteinander zu verbinden. Dann Hotels gesucht und Sitzplätze reserviert, später einen Teil wegen Fahrplanänderungen wieder verworfen und umdisponiert. Um am Ende unserer Tour wieder nach Hause zu kommen gab es nur zwei Möglichkeiten - entweder fast 40 Stunden nur im Zug mit mehreren Chancen, den Anschluss zu verpassen (nachdem wir schon 80 Stunden im Zug hinter uns hatten) oder doch das Flugzeug. Wir haben uns für letzteres entschieden und deshalb noch einen Flug von Helsinki nach Zürich gebucht.

Als Fahrkarte ist die Railplanner-App am Smartphone zu installieren und dort kann man dann Verbindungen suchen und die einzelnen Etappen aktivieren. Im Trockentraining ist die Bedienung dieser Interrail-Fahrkarten-App etwas mühsam, wir hoffen, dass es dann im Echtbetrieb besser geht. Und dann haben wir frohgemut unsere Koffer mit zwiebellooktauglicher Kleidung gefüllt und sind voller Erwartungen zum Bahnhof in unserem Heimatort gerollt. Hier kann man nun nachzulesen, wie es uns dabei ergangen ist.

Unsere Reiseroute Unsere Reiseroute Als Vorgeschmack ein paar Stationen,
an denen wir angehalten haben:


Tag 1: Vorarlberg - Ulm
Tag 2: Trier
Tag 3: Luxemburg
Tag 4: Luxemburg
Tag 5: Trier - Koblenz - Hamburg
Tag 6: (Lübeck)
Tag 7: Hamburg
Tag 8: Malmö - Oslo
Tag 9: Oslo
Tag 10: Oslo
Tag 11: Bergen
Tag 12: Bergen
Tag 13: Bergen - Oslo - Trondheim
Tag 14: Trondheim
Tag 15: Trondheim
Tag 16: Bodø
Tag 17: Bodø
Tag 18: Narvik
Tag 19: Luleå
Tag 20: Oulu
Tag 21: Tampere
Tag 22: Tampere - Turku
Tag 23: Turku
Tag 24: Zürich - Daheim
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Mi 14.9. Los geht's!

Der Tag beginnt "normal" und um kurz nach 7:00 spazieren wir zum heimatlichen Bahnhof. Die S-Bahn bringt uns nach Bregenz, dort besteigen wir kurze Zeit später den EC aus der Schweiz nach Memmingen. Dort kommen wir etwas verspätet an und hasten hechelnd zum Regionalzug, der dann aber netterweise noch auf weitere Anschluss-Passagiere wartet. Zuckeln durch hügelige, grüne Landschaft und kommen (leicht verspätet) um 10:45 in Ulm an. Einstein-Brunnen vor dem alten Zeughaus in Ulm Gleich vis-à-vis des derzeit im Umbau befindlichen Bahnhofs steht unser für heute gebuchtes Hotel "me and all", wo natürlich das Zimmer noch nicht fertig ist. Lassen die Koffer an der Rezeption und machen uns auf den Weg in die Altstadt. Im Gastgarten eines Straßencafés gönnen wir uns erst mal ein spätes Frühstück, dann spazieren wir bei bedecktem Himmel weiter zum Münsterplatz. Dort findet gerade ein Markt statt, aber der interessiert uns derzeit nicht wirklich. Wollen um 12:00 die Innenbesichtigung des teilweise eingerüsteten Münsters starten, aber wegen eines Orgelkonzerts können wir nicht hinein. So spazieren wir weiter, durch die Altstadt und landen dabei im Gerberviertel. Erklimmen die alte Stadtmauer, auf der witzige kleine Häuschen stehen und an diesen vorbei geht es zum Zeughaus mit dem Einsteinbrunnen davor.

Der Berblinger Turm am Donauufer (Der Turm wurde zu Ehren von Albrecht Ludwig Berblinger errichtet, der als Schneider, Erfinder und Flugpionier in die Geschichte eingegangen ist) Weiter geht es zur Donau und dort biegen wir rechts ab. Spazieren am baden-württembergischen Donauufer entlang, dort finden wir Skulpturen und den Berblinger Turm, den wir für einen erhabenen Blick in die Umgebung auch besteigen. Leider ist es trüb, so ist der Ausblick nicht so berauschend, aber die Parkanlage ist hübsch bepflanzt. Auf dem weiteren Spaziergang erklimmen wir die Bastion und sehen hübsche Fachwerkhäuschen und nette Gärtchen. Am Metzgerturm ist eine Kunstinstallation montiert, und unbemerkt landen wir im Fischerviertel. Die kleinen Flüsschen und Fachwerkhäuser sind sehr malerisch und wir stöbern durch die engen Gässchen.

Ulmer Münster am Abend mit dem derzeit höchsten Kirchturm der Welt (161,53 m) solange die 'Sagrada Família' in Barcelona noch nicht fertig ist
Wir müssen aber zurück ins Zentrum, denn das Münster wollen wir auf jeden Fall auch noch von innen besichtigen. Unterwegs legen wir noch bei den Barfüßern (ein Brauhausrestaurant) eine kurze Rast ein, dann betreten wir um 14:45 das ehrwürdige Gotteshaus. Sind beeindruckt vom hohen gotischen Gewölbe, dem geschnitzten Chorgestühl mit Portraitköpfen und den bunten Fenstern. Eine Besteigung des Turmes schenken wir uns, denn nach dem sicherlich schweißtreibenden Aufstieg kann beim heutigen Wetter keine schöne Weitsicht folgen. Während unseres Aufenthaltes geht auch ein heftiger Wolkenbruch nieder, den wir aber erst beim Verlassen bemerken. Wir können aber schon wieder ohne Schirm zurück zum Hotel gehen und endlich unser Zimmer beziehen. Machen uns frisch und versuchen, in der Interrail-Fahrkarten-App die morgige Reise zu programmieren - ist etwas mühsam, aber irgendwie schaffen wir es dann doch.

Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Abendessen. Im Fischerviertel ist uns das Restaurant "Zur Forelle" am Fischerplätzle aufgefallen, das steuern wir an und bekommen den letzten freien Platz in der historischen Gaststube. Essen vorzügliche Forellen und Desserts und genießen anschließend auch den Spaziergang zurück zum Hotel durch die pittoreske Altstadt. Den ersten Urlaubstag lassen wir mit einem Gin Tonic in der Hotelbar im 8. Stock ausklingen.


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Do 15.9. Trier und die Römer

Beginnen den Tag mit einem Frühstück unter beengten Platzverhältnissen, dann rollen wir unsere Koffer auch schon über die Bahnhofsbaustelle zum Zug, der pünktlich um 8:48 eintrifft. Im ICE (nach Kiel) ergattern wir zwei Einzelplätze und kommen um 10:30 mit 5 Minuten Verspätung in Mannheim an. Ist blöd, denn wir haben sowieso nur 8 Minuten zum Umsteigen und der Anschlusszug wartet 9 Gleise weiter. Hecheln zum REX (über Trier nach Koblenz) und erreichen ihn knapp vor Abfahrt. Bis zum nächsten Halt kommen wir wieder zu Atem, und dort haben wir mehr Zeit als vielen Reisenden lieb ist. Nach einiger Zeit teilt uns der Lokführer in breitestem Saarländer Dialekt mit, dass er auch nix weiß, etwas später ist dann ein defekter Güterzug auf der Strecke der Grund für die fast halbstündige Unterbrechung. Irgendwann geht es dann doch weiter und um 13:40 kommen wir mit nur 10 Minuten Verspätung in Trier an.

Der Hauptmarkt von Trier Andreas-Tragaltar ('Egbert-Schrein') mit der Reliquie der Sohle des Apostels Andreas im Domschatz von Trier Rattern mit unseren Koffern 400 Meter über Kopfsteinpflaster zum Hotel Porta Nigra und beziehen ein nettes Zimmer in einem Innenhof. Nachdem es in der Früh in Ulm noch grau in grau war, zeigen sich nun einige blaue Flecken am Himmel, was unsere Unternehmungslust fördert. So marschieren wir gleich um 14:00 zum römischen Wahrzeichen der Stadt, der Porta Nigra.

Nach den Pflichtfotos spazieren wir durch die Fußgängerzone zum Hauptmarkt mit Fachwerkhäusern und gotischen Giebeln und weiter bis zum Dom. Bestaunen die in ihrem Stilgemisch und der Größe beeindruckende Kirche, ebenso wie die Krypta, den hübschen Kreuzgang und die Heilig-Rock-Kapelle mit dem Gewand Christi. Investieren noch 3 Euro für den Eintritt in das kleine Dommuseum mit liturgischen Geräten. Dann schauen wir weiter zur nebenan gelegenen Liebfrauenkirche, einem gotischen Rundbau mit beeindruckenden Strebepfeilern.

Inneres der Konstantin-Basilika in Trier Unterirdische Gänge in den Kaiserthermen von Trier Unser Weg führt dann weiter zur Konstantin-Basilika, einem schmucklosen römischen Hallenbau, der nun die evangelische Kirche zum Erlöser ist. Direkt daran ist das barocke Kurfürstliche Palais angebaut, vor dem sich eine hübsche Parkanlage ausdehnt. Am südlichen Ende des Palastgartens liegen die Kaiserthermen, ein archäologischer Park in den Resten einer riesigen römischen Badeanlage. Erkunden die weitläufige Anlage, wobei man auch in unterirdische Gänge kommt und einen Turm für einen besseren Überblick besteigen kann.

Nach einer halben Stunde Antike gehen wir wieder zurück in die Neuzeit und spazieren durch die Altstadt. In einem Lokal am Kornmarktplatz machen wir endlich eine Rast und spülen den Staub der Jahrhunderte aus den Kehlen. Die Suche nach der St. Gangolf-Kirche endet vor einem Baustellenzaun, es ist nur der markante Turm mit den kleinen Ecktürmchen zu sehen.

Jetzt haben wir dann keine Lust mehr und gehen zurück zum Hotel um uns frisch zu machen. Für heute haben wir schon vorab einen Tisch im "Wirtshaus zur Glocke" reserviert, und das war gut so, denn während unseres Aufenthaltes füllen sich alle Plätze. Das Essen war dann deftig, aber sehr gut, auch der Wein hat gut geschmeckt und das Service war trotz des Trubels aufmerksam. Um halb neun sind wir dann wieder im Zimmer, dort plagen wir uns wieder mit der Railplanner-App und der morgigen Weiterreise.

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Fr 16.9. Kleine Schätze im Großherzogtum

Nach einer guten Nacht genießen wir noch ein reichhaltiges Frühstück und verlassen bei freundlichem Wetter die Unterkunft. Jetzt präsentiert sich auch die Porta Nigra in besserem Licht und wir knipsen noch ein paar Fotos. Aber wir müssen weiter, der Fahrplan nimmt keine Rücksicht auf uns.
Besteigen den Regionalexpress aus Koblenz, der pünktlich um 9:37 abfährt und uns gemütlich über den Grenzfluss Mosel ins Großherzogtum Luxemburg bringt. Nach nicht mal einer Stunde stehen wir schon in der Wartehalle und informieren uns über die Möglichkeiten der Weiterreise. Laut Railplanner-App ist am Sonntag die Fahrt nach Hamburg nur über Thionville in Frankreich möglich, was wir bei dem dichten Fahrplan nach Trier nicht glauben wollen. Erst nach längerem Suchen finden wir die Erklärung --> Streckensperre wegen Bauarbeiten übers Wochenende. Aber es gibt einen Schienenersatzbus, den wir mit dem Interrailticket benutzen dürfen. So können wir die geplanten Besichtigungen nun viel entspannter vornehmen und müssen am Sonntag nicht schon vor dem Frühstück los. Beruhigt spazieren wir zum City Hotel und deponieren dort das Gepäck.

Taubenfriedensskulptur im Gerichtsviertel von Luxemburg Alte Festungsmauern von Luxemburg Dann beginnen wir die Besichtigung der Stadt auf einem steilen Felsen mit großen Höhenunterschieden der einzelnen Stadtteile. Dafür überqueren wir die Passerelle, die in 30 Metern Höhe das Tal der Petruss überspannt und biegen dahinter gleich in den kleinen Park beim Kriegerdenkmal ab. Kommen so zum Plateau du Saint-Esprit, das im 18. Jahrhundert zu einer Bastion ausgebaut wurde. Von hier aus hat man einen hübschen Blick hinunter in den Stadtteil Grund, und am Taubenbrunnen vorbei kommen wir zum modernen Gerichtsviertel, das erst 2008 eingeweiht wurde. Irgendwo dort findet sich auch der Aufzug Oberstadt-Grund, mit dem man gemütlich die 45 Meter hinunter in die Unterstadt fahren kann. Den benutzen wir und unten angekommen stöbern wir bei freundlichem Himmel durch die engen Gässchen, vorbei an kleinen Häusern, die sich im Schatten der mächtigen Befestigungsmauer ducken und entlang des Flüsschens Alzette. Der allgegenwärtige Blick auf die markante Silhouette der Oberstadt ist beeindruckend, aber auch die vielen Bauten aus vergangenen Zeiten. Auf unserem Spaziergang kommen wir zur Befestigungsmauer und auf dieser kommt man auch zu einem kleinen Museum in einem der Tortürme. Daneben, vom Rham-Plateau aus, kann man noch einmal über die ganze Unterstadt und hinauf zur Oberstadt schauen. Auf dem Rückweg steigen wir über Treppen und Stege, überqueren noch einmal das mäandernde Flüsschen und werfen einen Blick in die Kirche St. Johann auf dem Stein bei der Abtei Neumünster. Dann nehmen wir wieder den Aufzug hinauf zum Gerichtsviertel und spazieren ins Zentrum der Oberstadt.

Die Kathedrale unserer Lieben Frau von Luxemburg Palastwache vor dem Großherzoglichen Palast Um halb eins flüchten wir vor einem Regenschauer und heftigen Windböen in eine Brasserie am Place Guillaume II. Dort gönnen wir uns eine kleine Stärkung, bis das Wetter wieder besser wird. Der Platz selbst ist derzeit nicht so besonders, da eine große Baustelle (Tiefgarage?) eine Seite des Platzes komplett blockiert. Ab 14:00 Uhr flanieren wir weiter und finden ein empfohlenes Restaurant, in dem wir für heute Abend einen Tisch reservieren können - eher zeitig, aber immerhin. Nun können wir entspannt weiter besichtigen und gehen dafür zum Großherzoglichen Palast am Krautmarkt. Dort schauen wir den Soldaten der Palastwache beim Auf- und Abmarschieren und der Wachablöse zu. Anschließend werfen wir auch noch einen Blick in die Kathedrale und zum Rathaus. Das Wetter ist immer noch unbeständig und der Wind pfeift, da können auch die luftigen bunten Dekorationen zwischen den Häusern nichts daran ändern. Daher beschließen wir, mit den in ganz Luxemburg kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln zurück zum Hotel zu fahren. Können nun endlich das Zimmer beziehen und etwas entspannen.

Suchen in der Railplanner-App die Verbindungen für Sonntag, aber die Etappe nach Trier ist nicht zu finden. Daher tragen wir diesen Abschnitt händisch in die App ein und schauen anschließend, wo wir beim Bahnhof die Haltestelle für den Schienenersatzbus finden. Nun wird es langsam Zeit, mit der Straßenbahn wieder in die Oberstadt zu fahren, wir haben den Tisch im Restaurant Um Dierfgen für 18:30 gebucht. Gönnen uns dort in den nächsten 2 Stunden Luxemburger Spezialitäten, deftig, aber trotzdem fein. Pappsatt und zufrieden spazieren wir durch die Altstadt zur Straßenbahn und fahren zurück zum Hotel.

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Sa 17.9. Die Schaltstellen Europas

Goldglänzende Fassade der Erweiterungsbauten des Europäischen Gerichtshofs Luxemburgische Philharmonie Den heutigen Tag starten wir gemütlich mit einem Sektfrühstück und erst um 10:00 suchen wir die passende Straßenbahn für die Fahrt auf das Kirchberg-Plateau. Zuckeln rund um die Oberstadt und steigen beim Europaparlament aus. Auch wenn es einige Cafés und Geschäfte gibt, ist die Gegend an diesem Samstag nahezu menschenleer, was aber auch sonst der Fall zu sein scheint, wie ein Artikel des "Luxemburger Wort" aus dem Jahr 2023 nahelegt. Spazieren über ausgestorbene Straßen, vorbei am Konrad-Adenauer-Komplex des Europäischen Parlaments, der im Endausbau 3000 Mitarbeiter beherbergen soll, jeder mit einem 'bescheidenen' Arbeitsplatz in der Größe von 80 m²!

Weiter geht's zum Europäischen Rechnungshof, der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank, die auch gerade ihre Büroflächen massiv erweitert, man gönnt sich ja sonst nichts... Glaspaläste, unfreundliche Bauzäune und Tintenburgen --> Hier präsentiert sich Europa als eine große Baustelle und Bürokratiemonster. Ach ja, die Luxemburgische Philharmonie ist auch noch hier in der Gegend untergebracht - wohl als kulturelles Feigenblatt!

Die luxuriös doppelt ausgeführte 200m lange Standseilbahn Pfaffenthal-Kirchberg von Garaventa Der 71m hohe Panoramalift Pfaffenthal-Oberstadt bietet schöne Ausblicke Ernüchtert verlassen wir die Schaltstellen Europas und suchen den Weg zurück ins normale Leben. Dafür nutzen wir die Standseilbahn Pfaffenthal-Kirchberg und fahren damit hinunter ins Pfaffenthal. Dort spazieren wir durch nette Wohnviertel und folgen wieder der Alzette. Kommen dann zum Panoramalift Pfaffenthal-Oberstadt, mit dem es recht flott wieder hinauf zur Oberstadt geht. Jetzt ist Mittagszeit und wir gönnen uns in einem kleinen Café eine Pause. Nutzen die Rast auch, um im Internet ein Restaurant fürs Abendessen zu finden, was aber nicht gelingt. Daher spazieren wir weiter und am Place d'Armes finden sich einige Lokale. Schauen Speisekarten und versuchen in einer Brasserie zwischen Burger King und McDonald's unser Glück. Reservieren bei einer etwas schrulligen alten Dame einen Tisch für heute Abend und sind dann gespannt, ob es klappt - keine Notiz, keine Frage nach Name oder Kontaktdaten.

Da das Wetter noch immer sehr wechselhaft und der Wind kalt ist, suchen wir Innenaktivitäten. Latschen zum Forum d'art contemporain, aber dort ist derzeit keine Ausstellung, die wird erst vorbereitet. Grummel! Frustriert steuern wir ein Kaufhaus an, erstehen dort ein gekühltes Fläschchen Crémant und fahren mit der Straßenbahn zurück zum Hotel - Gläser gefüllt und Prost! Fürs Abendessen raffen wir uns noch einmal auf und steuern neugierig die Brasserie Restaurant Le Rabelais an. Ist nicht mehr so voll wie zu Mittag, wir werden erkannt und zu einem netten Tisch geführt. Gönnen uns dann in herrlich altmodischem Ambiente französische Küche, gut zubereitet und preislich auch ok. Auch heute treten wir den Heimweg mit einem zufriedenen Lächeln an.

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So 18.9. Der Weg ist das Ziel - Unterwegs nach Hamburg

Bronzedenkmal der Großherzogin Charlotte auf der Place de Clairefontaine Gönnen uns noch einmal ein reichhaltiges Frühstück, dann rollen wir zum Gare Centrale. Da wir nicht wissen, wie lange die Busfahrt von Luxemburg nach Trier dauert, nehmen wir vorsichtshalber die Verbindung eine Stunde früher als notwendig. Unser "Ticket" wird anstandslose akzeptiert und zügig geht es über die Mosel zurück nach Deutschland. Nach einer Stunde stehen wir am Bahnsteig und können in den bereits wartenden Regionalzug einsteigen. Die Fahrt verläuft problem- und ereignislos und pünktlich um 11:00 sind wir in Koblenz. Haben nun reichlich Zeit, bis unser Zug ankommen soll. Das Verpflegungsangebot ist eher mäßig, aber in einem kleinen Café in der Schalterhalle ergattern wir ein Tischchen für einen kleinen Imbiss.

Und siehe da, der ICE von Stuttgart nach Hamburg fährt pünktlich ein und wir finden problemlos unsere reservierten Plätze. Die nächsten 5 Stunden vergehen unspektakulär, die Landschaft zieht an uns vorbei, mal scheint die Sonne, mal rinnen Regentropfen über die Scheiben. Aber dann ändert sich das Bild vor den Fenstern und wir erreichen die Hansestadt Hamburg pünktlich um 17:14. Diesmal haben wir kein Hotel in der Nähe des Bahnhofs gebucht, wir müssen zur Hafen City. Mit den Koffern wollen wir uns und den Pendlern die Fahrt in den Öffis nicht antun, sondern nehmen ein Taxi zum "Hotel Pierdrei".

Dort beziehen wir ein nettes Zimmer und beratschlagen unsere weiteren Pläne. Beschließen, morgen einen Ausflug nach Lübeck zu machen und suchen im Internet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Öffnungszeiten raus. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Abendessen. So luxuriös kann ein ICE gar nicht sein, dass einen die Schaukelei nicht müde macht. Haben keine besondere Lust auf große Suche und gehen nur ein paar Häuser weiter ins Restaurant "Schönes Leben". Das Service ist ausbaufähig, das Essen (Fischgerichte) und der Wein sind aber gut und entschädigt etwas. Etwas müde spazieren wir zurück zum Hotel, tragen endlich unsere Notizen nach und sind bald im Reich der Träume.

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Mo 19.9. Ausflug nach Lübeck

Holstentor in Lübeck von Osten Liebevoll gestaltete Innenhöfe in den Altstadthäusern Nach einer geruhsamen Nacht genießen wir den vielen Platz beim Frühstücksbuffet - hatten wir in dem Urlaub noch nie ;-).
Wie wir schon im Voraus in Erfahrung gebracht haben, gibt es gleich beim Hotel eine Haltestelle der Buslinie 6 zum Bahnhof. Erstehen beim Busfahrer zwei Tagestickets und 6 Stationen später steigen wir beim Hauptbahnhof aus. Finden ohne Probleme den Bahnsteig für den Regionalexpress nach Lübeck und pünktlich um 09:07 fahren wir ab. Lehnen uns entspannt zurück und genießen in den nächsten 45 Minuten die Ruhe des 1.-Klasse-Abteils, während sich im restlichen Zug diverse Schülergruppen lautstark austoben.

Mit dem Wetter haben wir Glück: die Sonne scheint und wir machen uns gleich auf den Weg zur Altstadt, die wie eine Insel zwischen Stadt-Trave und Kanal-Trave liegt. Starten beim unübersehbaren Wahrzeichen der Hansestadt, dem Holstentor und besichtigen es ausgiebig von allen Seiten. Gleich daneben ist die Touristeninfo, dort organisieren wir uns einen Stadtplan und spazieren dann den eingezeichneten Weg zu diversen Sehenswürdigkeiten ab. An der Trave stehen zum Beispiel malerisch die alten Salzspeicher, und entlang des Weges finden sich neben Fachwerkhäusern und Backsteinbauten auch kleine mittelalterliche Innenhöfe.

Die 12m hohe astronomische Uhr in der Marienkirche Der geschnitzte gotische Altar der Marienkirche So kommen wir schließlich zum Dom, der in imposanter Backsteingotik mit seinen zwei Türmen die Stadt überragt und immer wieder auch als Orientierungspunkt dient. Innen ist er jedoch protestantisch schlicht, nur die Astronomische Uhr ist ein echter Farbtupfen. Auch sehenswert ist die St. Jakobi-Kirche, in deren gotischer Halle ein schöner barocker Hochalter steht. Wir kürzen den vorgegebenen Rundweg etwas ab und gehen direkt zur mächtigen Marienkirche. Kommen kurz vor Mittag dort an und werden am Eingang auf die astronomische Uhr mit Figurenumlauf ab 12:00 hingewiesen. Sind pünktlich im linken Seitenschiff und bestaunen die Erdteile, die sich vor ihrem Schöpfer verneigen. Während des anschließenden Rundgangs durch den imposanten Bau erklingt Orgelmusik - ein schönes Erlebnis, zumal diese evangelisch-lutherische Kirche gar nicht so schlicht ausgestattet ist, dezente Malereien und ein gotischer geschnitzter Altar schmücken das mit 38,5 Metern weltweit höchste Kirchenschiff einer gotischen Backsteinkirche.

Bei blauem Himmel setzen wir dann den Rundgang fort und spazieren zum Rathaus. Komischer Stilmix aus gotischen Backsteinen, filigrane Türmchen und einem Renaissance-Treppchen. Davor ist noch ein Markt, aber es wird schon zusammengeräumt. Ergattern vor einem Café ein Tischchen in der Sonne und gönnen uns eine kleine Stärkung. Anschließend absolvieren wir den Pflichtbesuch in der nahe gelegenen Marzipanmanufaktur Niedegger - wir erstehen sogar ein paar kleine Täfelchen, wer weiß, ob wir nicht unterwegs mal einen Stimmungsaufheller brauchen.

Die St. Petri-Kirche Der nächste Besuch gilt der St. Petri-Kirche. Am Anfang sind wir etwas enttäuscht, da die Kirche nur einfach weiß getüncht und auch sonst vollkommen schmucklos ist. Aber dann entdecken wir den Aufzug auf den Turm und der lohnt sich! Von oben haben wir einen tollen Rundblick über die ganze Stadt, und auch die Sonne spielt mit! Das Holstentor ist gerade richtig angestrahlt, die vielen Türme, die die Stadt überragen - beeindruckend!
Schöne Rippengewölbe im ehemaligen Dominikanerkloster
Wieder zu ebener Erde spazieren wir der Trave entlang, bewundern die historischen Segelschiffe im Museumshafen und gelangen zum Burgtor im Norden der Altstadtinsel. Dort ist auch das Burgkloster, eine ehemalige Dominikaner-Anlage, die heute das moderne Hansemuseum beherbergt. Ab 15:00 Uhr lassen wir uns von der interaktiven Eintrittskarte durch Aufstieg und Fall der Hanse führen. Die Karte öffnet auch die Türen zur Dominikanerkirche mit beeindruckenden Wandmalereien, einem Gewölbe und einem original erhaltenen Hospiz aus dem Mittelalter. Gegen 17:00 Uhr sind wir dann fertig und rasten uns im Café innerhalb der "Klostermauern" etwas aus.

Suchen über das Internet ein Lokal fürs Abendessen und steuern dann einen kleinen Italiener an, dessen Internetauftritt uns angesprochen hat. Sind die ersten Gäste im Lübecker Nudelkontor und bestellen Pasta. Leider werden wir sowohl mit dem Service als auch mit den Gerichten nicht ganz glücklich.

Eilen dann zum Bahnhof, damit wir den Zug um 19:10 noch erreichen und nicht eine Stunde warten müssen. Klappt und dann ist es uns auch egal, dass es unterwegs regnet. Aber bis wir in Hamburg ankommen hat es schon wieder aufgehört und wir finden gleich den Bus, der uns zum Hotel bringt. Den Tag lassen wir in der Bar im Erdgeschoss mit einem Gin Tonic ausklingen.

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Di 20.9. Die Welt im Kleinen

Verbindungssteg (natürlich mit Zuggleisen) zwischen den Backsteinbauten der Speicherstadt für die ständig wachsenden Miniaturwelten Ausbruch des Vesuvs in der Miniaturwelt Beginnen den Tag gemütlich und packen nach dem Frühstück unsere Sachen zusammen. Deponieren die Koffer in einem Schließfach - Das Hotel bietet einen eigenen "Locker Room". Anschließend spazieren wir zur nahe gelegenen Miniaturwelt. Das war auch der Grund für unsere Hotelwahl, denn es liegt günstig und bietet ein Kombiangebot mit unbeschränktem Eintritt statt vorreservierter Besuchszeit.

Kurz nach 10:00 betreten wir mit unserem VIP-Ticket ohne langes Anstehen die größte Modelleisenbahnanlage der Welt mit circa 1.700m² Fläche, 16.500m Gleisen, 1.200 Zügen, 300.000 Figuren, 160.000 Bäumen, 500.000 Lämpchen und sonstigen auch immer in die Tausende gehenden Ausstattungsdetails. Alle inzwischen fertiggestellten zwölf Abschnitte beeindrucken mit realistischen Darstellungen und unglaublicher Detailtreue. Für die nächsten Stunden lassen wir uns verzaubern von den akribisch nachgebauten Eisenbahnwelten und Miniaturlandschaften, lachen über witzige Szenen und staunen über die ausgeklügelte Technik. Besonders vom Publikum belagert ist der Flughafen mit startenden und landenden Flugzeugen, der Lava speiende Vesuv und ein großer Jahrmarkt mit beweglichen Attraktionen. Und überall zwischen diesen Nachbauten fahren Züge, Autos und Schiffe - man wird nicht fertig mit dem Schauen und Entdecken von immer neuen Einzelheiten.

Um 14:00 Uhr müssen wir mal Pause machen und stärken uns im "Bordrestaurant", dann staunen wir weiter und überqueren auch den Glassteg zum neuen Speicher mit dem Karneval in Rio de Janeiro. Nach 7 Stunden verlassen wir diesen Spielplatz für kleine und große Kinder und schauen noch, was sich seit unserem letzten Besuch in Hamburg in der Speicherstadt so getan hat.

Start eines Airbus A380 in der Miniaturwelt Zugang zur Elbphilharmonie Natürlich müssen wir daher zur Elbphilharmonie, ist ja nicht weit und das Wetter ist auch traumhaft. Erstehen eine Zählkarte für die Rolltreppe, mit der man zur Plaza im 8. Stock fahren kann. Das ist das ehemalige Dach eines alten Speichers, auf dem die markante Philharmonie errichtet wurde. Von dort hat man einen schönen Blick über den Hafen und die Speicherstadt. Nach einem Rundgang fahren wir wieder hinunter und suchen ein Plätzchen, von dem aus man das imposante Gebäude ungestört bewundern kann. Schlendern dem Kai entlang zum Anleger des Museumsschiffes Cap San Diego. Von dort hat man einen sehr guten Überblick und die 'ElPhi' sieht im Abendlicht richtig toll aus. In einem kleinen Lokal hinter der U-Bahn gönnen wir uns noch einen Drink in der Abendsonne, dann müssen wir zurück zum Hotel, denn im dortigen Restaurant "Kitchens" haben wir für 19:00 Uhr noch einen Tisch reserviert.

Die Weltreise geht nun kulinarisch weiter, denn wir haben das portugiesisch inspirierte 5-Gang-Menü mit passender Weinbegleitung gebucht und sind mit unserer Wahl dann auch sehr zufrieden. Vertrödeln mit Gin-Tonic die Zeit bis wir unsere Koffer aus dem Schließfach holen müssen. Fahren mit dem letzten Bus des Abends zum Bahnhof, dort müssen wir noch 45 Minuten warten, bis der Nachtzug eintrifft. Besteigen unser Schlafwagenabteil und pünktlich um Mitternacht rollt der Zug los Richtung Skandinavien.

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Mi 21.9. Der lange Weg nach Skandinavien

Sonnenaufgang bei der Fahrt über die Öresund-Brücke nach Malmö Richten unsere Schlafplätze her und legen uns gleich hin. Claudia schläft sofort ein und bekommt gar nicht richtig mit, dass gegen 2:30 Uhr ein Dänischer Grenzbeamter unsere Pässe sehen will - wozu das denn? - es gibt keinen einzigen offiziellen Halt in Dänemark, wir fahren nur durch! Wachen dann erst gegen 6:00 Uhr wieder auf und Werner holt um halb sieben im Speisewagen das vorbestellte Frühstück. Aber bevor wir es in Ruhe essen können fahren wir schon in Malmö ein - 15 Minuten zu früh! Auch recht, wir müssen sowieso die Haltestelle für den Schienenersatzbus suchen, denn wegen Bauarbeiten wird der Zug umgeleitet und fährt nicht wie üblich über Lund, aber von dort fährt unser nächster Zug ab.

Die Busse fahren laufend, aber bevor wir einsteigen können müssen wir die Etappe händisch in der App eintragen, was etwas dauert. Fahren um 7:45 nach Lund, dort können wir dann nahtlos in den Zug nach Göteborg umsteigen. Fahren der Küste entlang nordwärts, die Landschaft ist hübsch, am Himmel ziehen kleine Wolken und die Gänse formieren sich bereits für ihren Flug in den Süden. Zu Mittag erreichen wir Göteborg und haben nun etwas Zeit bis zum nächsten Anschluss. Verbringen diese in der 1.-Klasse-Lounge im Bahnhof mit Häppchen und (alkoholfreien) Getränken.
Endlich angekommen am Hauptbahnhof von Oslo (Sentralstasjon)
Um 14:00 Uhr sind wir dann am Bahnsteig, wo unser Zug schon wartet. Ergattern Plätze im 1.-Klasse-Abteil und fahren pünktlich ab. Eine bereits herbstliche Landschaft in mildem Licht zieht an uns vorbei, aber wir dösen weg und werden erst bei der pünktlichen Ankunft in Oslo um 17:50 wieder aktiv.
Unser Hotel ist direkt beim Bahnhof, wir müssen nicht mal ins Freie, sondern können unterirdisch durch die Einkaufsmall Byporten zur Rezeption des Scandic Byporten. Diesmal ist das Zimmer bezugsfertig und wir deponieren das Gepäck. Die Lage ist wirklich sehr verkehrsgünstig, aber wir haben keine Lust mehr, ins Zentrum zu fahren oder sonst lange herumzusuchen. Gehen daher kurzentschlossen in die Food Mall gleich nebenan, die den Bahnhof sozusagen verlängert. Dort gibt es alles Mögliche für den großen oder kleinen Hunger. Wir setzen uns in das italienische Restaurant "Bella Bambina" und essen erstaunlich gut.

Zurück im Hotel erstehen wir online den Oslo Pass für die nächsten Tage (eine Handy-App), dann müssen wir uns nicht um Fahrkarten und Tarifzonen kümmern und ermäßigte Eintritte sind auch dabei. Nach diesem langen Reisetag sind wir müde und um halb zehn bereits im Tiefschlaf.

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Do 22.9. Oslo - Zeugen der Vergangenheit

Rathaus von Oslo Fram-Museum von außen Heute lassen wir es gemütlich angehen und starten erst nach acht mit dem Frühstück im Restaurant Egon Byporten. Ist zwar umfangreich, aber nicht wirklich gut, auch hapert es beim Nachfüllen - schade! Um 10:00 stehen wir dann bei der Straßenbahnhaltestelle, die direkt vor dem Hotel bzw. Hauptbahnhof liegt.

Fahren mit der Tram 12 zum Hafen und schauen uns erst mal das monströse Rathaus an - ein rostbrauner Klotz mit 2 Türmen und einer großen Uhr, aber schön ist was anderes. Aber der eigentliche Grund für unsere Fahrt hierher ist die Museumsfähre, mit der wir um 10:50 den Hafen überqueren und beim Fram-Museum anlegen. Gehen zum Eingang in einem der dreieckigen Gebäude, zeigen den Barcode am Handy und tauchen in die Zeit der großen Polarexpeditionen ein. Das originale Expeditionsschiff "Fram" von Fridtjof Nansen ist ausgestellt und kann in seiner ganzen Größe (?) auch innen bestaunt werden. In einem Nebenraum befindet sich die "Gjøa", mit der Roald Amundsen auf Entdeckungsreise ging. Sehr beeindruckend, unter welchen Verhältnissen die Mannschaften leben mussten und was ihnen alles passiert ist. Das Museum ist ausgedehnter als vermutet - die Ausstellungsräume der beiden Schiffe und die Ausstellung über die Polarexpeditionen liegen unterirdisch und sind miteinander verbunden. So brauchen wir etwas länger als geplant für die Besichtigung und dann ist der Bus für die Weiterfahrt gerade weg.

Thor Heyerdahls Papyrusboot Ra II Überbrücken die Zeit mit einem Besuch im gleich nebenan gelegenen Kon-Tiki-Museum. Hier sind Objekte des Forschers und Entdeckers Thor Heyerdahl ausgestellt, nämlich einerseits das Balsaholzfloß Kon-Tiki mit dem er 1947 von Peru nach Polynesien fuhr und das Papyrusboot Ra II mit dem er 1970 von Marokko aus die Karibik erreichte. Er wollte damit bewiesen, dass bereits prähistorische Völker Kontinente auf primitiven Booten überqueren konnten. Sehr interessant, aber wir müssen auf die Zeit achten, um nicht noch einmal den Bus zu verpassen.
Einfache Hütten im Osloer Volksmuseum
Kurz vor 2:00 umfahren wir dann mit zwei Bussen eine kleine Bucht und kommen zum Norwegischen Volksmuseum. In diesem Freiluftmuseum befinden sich auf einem weitläufigen Gelände 160 Bauten aus verschiedensten Epochen und Regionen Norwegens. In einigen der Bauernhöfe leben Tiere und während der Sommermonate sind die Häuser auch mit Tracht tragenden Einheimischen belebt, aber leider sind die meisten Gebäude nun bereits wegen des nahen Saisonendes geschlossen. Viele der ländlichen Gebäude sind klein, aus Holz und haben grasbewachsene Dächer, aber es gibt auch den Nachbau einer kleinen Stadt aus der vorletzten Jahrhundertwende, eine Post und eine Apotheke. Besonders beeindruckend ist die aus 1200 stammende Stabkirche Gol, die mit Malereien und Schnitzereien geschmückt ist und 1885 an diesem Standort wieder aufgebaut wurde.

Mädchen-Skulptur von Gustav Vigeland im Frognerpark Altes Segelschiff im Hafen von Oslo Nach diesem Ausflug in die architektonische Vergangenheit nehmen wir den nächsten Bus und fahren weiter zum Frognerpark. Hier befinden sich 212 Stein- und Bronzeskulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland. Spazieren an den blühenden Beeten vorbei bis ans Ende des Parks und betrachten unterwegs die nackten Figuren, die Brückengeländer und Brunnen zieren. Also ganz unser Fall sind sie nicht, vielleicht liegt es auch am grauen Himmel.

Wir ziehen weiter und nehmen die Tram zurück zum Hafen. Von dort aus besteigen wir den Festungshügel über dem Oslofjord, dort in der Festung Akershus soll ein gutes Restaurant sein. Finden es auch und fragen nach einem Tisch. Und siehe da - wenn wir bis 18:30 fertig sind, können jetzt gleich noch einen haben. Nehmen an und haben nun genau 2 Stunden Zeit, uns ein ausgezeichnetes 4-Gänge-Menü schmecken zu lassen. Pünktlich verlassen wir das Restaurant Festningen, spazieren zur Tram und fahren gesättigt und sehr zufrieden zurück zum Hotel.

Es ist zwar noch recht früh, aber wir haben nichts mehr vor, also erstehen wir in der Einkaufspassage noch ein bisschen Proviant und strecken uns im Zimmer entspannt aus.

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Fr 23.9. Nobel, Munch und Oslo im Regen

Rückseite des Osloer Rathauses - immer noch bei schlechtem Wetter Mit Erfahrung und Wissen von gestern klappt das Frühstück heute etwas besser. Kurz vor halb 10 stehen wir dann gut beschirmt bei der Tram-Haltestelle und fahren noch einmal zum Rathaus. Diesmal wollen wir es von innen besichtigen, denn hier werden alljährlich die Friedensnobelpreise verliehen. Vom Fridtjof-Nansen-Platz aus führt eine Rampe zum Eingang und dort dürfen wir ohne gröbere Kontrollen hinein. Bestaunen die mit Mosaiken und Fresken geschmückte riesige Haupthalle sowie das Stadtparlament und einige Nebenräume im Stil der 1950er-Jahre - muss man mögen.
Das eigenwillig verkrümmte Munch-Museum
Bei Regen gehen wir dann zur Festung, um die Schlosskirche mit dem königlichen Mausoleum oben am Hügel zu besichtigen. Ist aber leider nur Samstag und Sonntag geöffnet, was aber nur direkt an der Tür angeschrieben ist und nicht schon am Lageplan beim Eingang zum Gelände. Die Aussicht auf den Hafen ist zwar ganz nett, aber bei Regen auch keine Dauerbeschäftigung. Gehen dann wieder zurück zum Bus und fahren ins Zentrum, um den Dom zu besichtigen, aber der ist freitags erst ab 16:00 Uhr offen - also wieder nichts... Diese Stadt macht es uns schon schwer!

Nach einem Frustbier in einem Pub ziehen wir eine Station mit dem Bus dem Spaziergang im Regen vor. Versuchen unser Glück nun beim Munch-Museum, das heute natürlich als Schlechtwetterprogramm sehr gut besucht ist. Dieses imposante moderne Gebäude hat 12 Stockwerke, von denen aber nur vier für das Publikum offen sind. Im 4. Stock sind Werke Munchs aus allen seinen Schaffensperioden ausgestellt und auch eine von drei im Museum befindliche Version des "Schrei" ist zu sehen. Wir bekommen die Zeichnung geboten, es gibt noch ein Ölgemälde und einen Druck in der Sammlung, die abwechselnd ausgestellt werden. Im 5. Stock gibt es monumentalere Werke zu sehen, im 6. Stock wird ein Teil des Hauses von Munch simuliert und im 9. Stock ist gerade die Ausstellung mit Werken der Munch-Preisträgerin von 2015 - naja da muss man wohl mehr Künstler sein als wir.

Die neue Oper von Oslo gesehen vom 9. Stock des Munch-Museums Von ganz oben hat man bei besserem Wetter einen guten Rundumblick hinüber auf die Oper, zum Hafen und über den Oslofjord. Aber heute ist alles grau in grau, also halten wir uns nicht lange hier auf. Der Bus, mit dem wir hier hergefahren sind fährt weiter zum Ekeberg Skulpturenpark, und den möchten wir uns noch anschauen. Abendlicher Dom von Oslo Fahren also 15 Minuten an die Peripherie und steigen in der Pampas aus. Suchen einen Zugang, stapfen durch den Wald aufwärts und kommen dann wieder an die Straße - Eingang oder Hinweis oder gar Skulpturen haben wir keine gefunden. War wohl doch nicht der richtige Bus. Frustriert fahren wir mit dem nächsten Bus zurück und rasten uns dann im Hotel etwas von der sinnlosen Latscherei aus.

Für 17:00 Uhr haben wir in der Nähe vom Munch-Museum - sozusagen im Vorbeigehen - in der Brasserie Rivoli einen Tisch reserviert - später ist schon ausreserviert. Kommen mit dem Bus pünktlich dort an und genießen ein gutes Abendessen. Besänftigt und zufrieden geht es nun mit dem Bus wieder ins Zentrum und jetzt ist tatsächlich auch die Domkirche offen. Sehenswert in diesem barocken Gotteshaus sind die geschnitzte Kanzel, die bunten Deckengemälde und eine große Orgel.

Es regnet noch immer, ein abendlicher Stadtspaziergang macht da wirklich keinen Spaß. Also verziehen wir uns ins Zimmer, packen unsere Siebensachen zusammen und richten schon mal alles für die morgige Abreise her.

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Sa 24.9. Hoch hinaus nach Westen - Bergen

Zuganzeige 'Tog mot Bergen' = 'Zug nach Bergen' Die Flåmgebirgsbahn führt von Myrdal (867m Höhe) hinunter auf Meereshöhe nach Flåm am Aurlandsfjord Es geht weiter! Kurz nach 6:00 stehen wir auf und sind unter den Ersten beim Frühstück. Nach dem Auschecken rollen wir unsere Koffer durch die unterirdische Einkaufspassage, erstehen etwas Proviant für unterwegs und kommen um 8:10 gleichzeitig mit dem Zug zum Bahnsteig. Die 1. Klasse ist voll ausreserviert, wir haben Sitze auf der linken Seite. Fahren pünktlich ab und zuckeln aus der Stadt hinaus.
Es klart allmählich auf und vor dem Fenster zeigen sich vereinzelte Häuser in sanft hügeliger Landschaft. Ganz gemächlich gewinnen wir an Höhe und sowohl Landschaft als auch Vegetation verändert sich. Zuerst noch landwirtschaftliche Flächen, dann dichter Mischwald, der von goldenen Birken und Büschen abgelöst wird und zum Schluss rostbraune Flechten auf den kargen Felsen. Vereinzelt sieht man bunte, grasbewachsene Häuser und am höchsten Punkt der Strecke, in Finse auf 1.222 m.ü.M. steht eine richtige Hotelanlage. Man sieht auf Gletscherzungen, milchigblaue Seen und Gebirgsbächlein. Das Wetter meint es jetzt gut mit uns und die Sonne bringt alles zum Leuchten. Die Stationen, an denen wir unterwegs halten, sind unterschiedlich frequentiert, speziell in Myrdal, von wo die Flåmsbahn abzweigt, steigen viele Reisende aus. Unterwegs müssen wir einige Male einen Gegenzug abwarten, und so kommen wir mit leichter Verspätung um 15:15 Uhr in Bergen an.

Gemauerte Hansehäuser im Hafen von Bergen Seefahrerdenkmal in der Fußgängerzone von Bergen Unser Grand Hotel Terminus steht direkt neben dem Bahnhof und wir müssen nur die Straße überqueren. Beziehen ein eher kleines Zimmer, das schon bessere Zeiten gesehen hat, mit Blick auf ein Dach, aber es ist sauber. Stellen nur die Koffer ab und spazieren gleich los ins Zentrum. Sind in einer viertel Stunde bei der Touristeninfo, wo wir diverse Informationen für eine Stadtbesichtigung bekommen und auch Ansichtskarten und Briefmarken erstehen. Machen dann gleich die klassischen Pflichtfotos von den bunten Hansehäusern am Hafen in der Nachmittagssonne. Schauen uns danach noch das Zentrum mit dem Seemannsdenkmal am Hauptplatz an und gehen weiter zum künstlichen Teich mit Springbrunnen.

Alles leuchtet in der Sonne, die Gastgärten sind voll belegt und auch wir suchen ein Plätzchen. Vor einer kleinen Privatbrauerei beim Hafen gönnen wir uns ein Glas Gerstensaft in den letzten Sonnenstrahlen - morgen soll es damit schon wieder vorbei sein. Dann machen wir uns auf den Weg zum Restaurant Pingvinen, das uns in der Touristinfo empfohlen wurde. Sind fast nur Einheimische drin, ist voll, das Essen ist authentisch, aber leider nicht ganz nach unserem Geschmack. Egal! Spazieren zurück zum Hotel, tragen endlich unsere Notizen nach und setzten uns dann in die stilvolle Hotelbar. Dort gönnen wir uns noch einen Gin-Tonic als Schlummertrunk.

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So 25.9. Seilbahn und Straßenbahn - Bergen im Regen

Doppelmayr-Gondel auf den 643m hohen Ulriken-Aussichtsberg in Bergen' Gönnen uns heute ein ausgiebiges Frühstück und warten im Zimmer, ob der Himmel nicht doch noch etwas aufklart. Aber leider - wir müssen bei trübem Licht und kühlem Wind ins Zentrum. Am Rand des Hauptplatzes haben wir gestern die Haltestelle des halbstündlich fahrenden Shuttlebusses zur Ulriken-Seilbahn gesehen. Und auch heute steht der Kleinbus schon da. Erstehen ein Kombiticket Bus hin - Seilbahn rauf und runter - Bus retour und fahren pünktlich um 9:30 los. Bei der Talstation müssen wir auch nicht lange warten und eine geräumige Gondel bringt uns auf den höchsten Aussichtsberg Bergens. Oben empfängt uns eisiger Wind - gut, dass wir gestern noch unsere dicken Jacken herausgekramt haben. Aber immerhin ist es noch trocken, und der Blick auf die Stadt und den Fjord ist dann doch noch ganz passabel. Im Restaurant neben dem Fernmeldeturm wird noch Frühstück serviert, und bei einem Kaffee nutzen wir das W-LAN für weitere Planungen. Laden die App des Bergischen Verkehrsunternehmens Skyss herunter und kaufen ein 24-h-Ticket für die Öffis. Kurz nach 11:00 nehmen wir dann die nächste Gondel hinunter und können nahtlos in den Bus zurück ins Zentrum einsteigen.

Krokodil im Aquarium von Bergen Von dort spazieren wir vor zum Aquarium, das heute natürlich gut besucht ist. Sind pünktlich um 12:00 beim Seehundbecken zur Vorführung, während der es leicht zu tröpfeln beginnt. Danach erkunden wir die Innenräume mit Reptilien, Spinnen, Schildkröten und eher kleinen Fischen. Bei Regen werden im Freien noch die Otter gefüttert, danach statten wir den putzigen Pinguinen noch einen Besuch ab.

Dann stellen wir uns an die Bushaltestelle vor dem Aquarium, aktivieren die Fahrkartenapp und fahren zur Stadtbahnhaltestelle Byparken. Dort steigen wir um in einen modernen Niederflurwagen. Nach rund 20 Minuten oder 11 Stationen erreichen wir den südlichen Vorort Fantoft. Von dort stapfen wir eine Viertelstunde durch den Regen, bis wir im Wald die Stabkirche Fantoft finden. Einfaches Holzkreuz in der rekonstruierten Stabkirche Fantoft Diese vollständig aus Holz errichtete Kirche ist eine detailgenaue Rekonstruktion des 1992 durch Brandstiftung vollkommen zerstörten Bauwerks aus dem frühen 13. Jahrhundert. Das Innere ist mit kunstvollen Schnitzereien geschmückt und dezent beleuchtet.

Bei dem Wetter macht Besichtigen keinen großen Spaß mehr. Gehen also durch Wald und Regen zurück zur Stadtbahn und beschließen, mit dieser bis zur Endstation beim Internationalen Flughafen zu fahren - dort gibt es bestimmt ein Lokal für eine Rast im Trockenen. Aber der zweitgrößte Flughafen Norwegens ist recht ungastlich, nur ein kleiner Tante-Emma-Laden ist zu finden. Also wieder zurück ins Zentrum, wo wir 45 Minuten später im Regen stehen und uns für ein frühes Abendessen entscheiden. Versuchen unser Glück im Brygge-Viertel und tatsächlich bekommen wir im Restaurant Bryggeloftet einen Tisch und ein ausgezeichnetes Abendessen. Vor dem Heimweg graust uns etwas, weil es kühl ist und schüttet. Entscheiden uns nicht für den kürzesten Weg, sondern für den trockensten und nehmen daher Bus und Stadtbahn zu unserem Hotel. Wollen in der Hotelbar noch einen Schlummertrunk nehmen, aber heute müssen wir uns mit einem Glas Rotwein aus dem Restaurant begnügen, die Bar hat Sonntag geschlossen. Hängen die Klamotten zum Trocknen auf und bereiten uns auf die nächste Etappe vor.

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Mo 26.9. Mittelalter und wieder auf Schiene

Im farbenfrohen Hanseviertel Bryggen Nach einer ruhigen Nacht mit dem Geräusch fallenden Regens im Ohr packen wir zusammen und deponieren nach dem Frühstück unser Gepäck an der Rezeption. Es nieselt nur mehr und so gehen wir zu Fuß zum Dom, aber er ist geschlossen - Renovierung. Gehen weiter zur Korskirken, aber zu - Renovierung! Montags ist auch sonst nicht so viel offen, aber in der Altstadt sind ein paar kleine Museen, die um 11:00 aufsperren. Widmen uns heute also der mittelalterlichen Geschichte der Stadt und schauen uns im Hanseviertel Bryggen um. Das sind die malerischen bunten Holzhäuser am Hafen, die auf ein deutsches Hansekontor zurückgehen. Um Punkt 11:00 öffnet das archäologische Bryggens-Museum, in dem interessierte Besucher Relikte aus der Entstehungszeit im Mittelalter und Einblicke ins damalige Leben in einer Handelsstadt gezeigt werden. Als Kontrast zur Ausstellung im Erd- und Untergeschoss gibt es im 1. Stock eine Galerie mit Werken moderner Kunst.
Der Rosenkrantzturm in Bergen
Nicht weit entfernt kann man noch Reste der mittelalterlichen Königsresidenz aus dem 13. Jahrhundert besichtigen. Übrig ist noch die Håkonshalle, eine Festhalle von beeindruckenden Ausmaßen in frühgotischem Stil. Das mächtige Gebäude daneben, der Rosenkrantzturm, ist leider geschlossen.

Inzwischen hat es fast aufgehört zu regnen und wir schlendern noch etwas durchs Viertel. Mit Bus und Tram geht es zurück zum Hotel um unsere Koffer zu holen. Wir warten dann am Bahnsteig, bis wir in den Zug zurück nach Oslo einsteigen können. Schnee auf der Passhöhe in Finse Diesmal ist in der 1. Klasse weniger los und wir können ab 13:48 entspannt die nebelgraue Landschaft an uns vorbeiziehen lassen. Bei diesem Wetter wundert es uns auch nicht, dass in Finse heute Schnee liegt. Auch wenn wir angeblich eine der schönsten Bahnstrecken Norwegens befahren, das monotone Fahrgeräusch lässt uns immer wieder wegdösen. Um 21:00 Uhr kommen wir dann in Oslo an.

Diese Nacht werden wir wieder in einem Zug verbringen und bis zur Abfahrt haben wir noch genügend Zeit, uns in der "Fressmeile" ein Abendessen zu gönnen. Nach einem kulinarischen Abstecher nach Italien im Restaurant Olivia Østbanehallen rollen wir mit unseren Koffern zum Bahnsteig, wo wir unsere Reservierung gegen einen "Zimmerschlüssel" für das Schlafwagenabteil eintauschen. Dort ist es dann recht eng und nur mit einigen Verrenkungen schaffen wir es, sowohl das Gepäck als auch uns zu verstauen. Nichts desto trotz sind wir schon kurz nach der Abfahrt um 22:50 eingeschlafen.

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Di 27.9. Trondheim grau in grau

Um 6:00 klingelt der Wecker und wir machen uns langsam fertig für die Ankunft in Trondheim. Dort sollten wir um halb sieben ankommen, aber nix passiert. Geruhsam schaukeln wir durch die Landschaft, keine Durchsage, keine Information. Endlich meldet sich der Lautsprecher und wir hören, dass wir rund 90 Minuten verspätet sind. Gut, dass wir keinen Anschluss haben. Steigen dann um 8:00 Uhr aus dem Zug und marschieren zum gebuchten Thon-Hotel Nidaros. Wollen vorab eigentlich nur das ermäßigte Frühstück für Schlafwagennutzer, aber können dort erstaunlicherweise gleich einchecken - super!

Der Nationalheilige Olav besiegt seinen inneren Dämon Der gotische Nidarosdom in Trondheim Um halb elf spazieren wir dann los und erkunden die touristischen Hauptattraktionen. Erstes Ziel sind die bunten ehemaligen Lagerhäuser auf Stelzen am Fluss Nidelva, die man von einem kleinen Aussichtssteg gegenüber schön sieht. Nur dumm, dass der Himmel grau ist und die Farben nicht so leuchten, wie auf den Postkarten. Daher wirkt auch die Alte Stadtbrücke nur einfach wie ein alter Holzsteg.

Spazieren weiter durch die ehemalige Hauptstadt Norwegens und kommen zur Bischofsresidenz. Hier gibt es ein kleines Museum, in dem wir ein vergünstigtes Kombi-Ticket für das Museum, den nebenan gelegenen Nidarosdom und die norwegischen Kronjuwelen erstehen. Dann schauen wir uns die Ausstellung zum Aufstieg des kleinen Handelsplatzes zu einem der wichtigsten Pilgerziele Nordeuropas und des Doms als Grabstätte des Nationalheiligen Olav bis zur Krönungskirche der norwegischen Könige an. Danach widmen wir uns dem nördlichsten gotischen Gebäude Europas und bestaunen den aufwendig restaurierten Nidarosdom. Außen stehen noch ein paar Baugerüste, aber das Innere kann man ungestört bewundern. Ein beeindruckender Bau mit hohen Säulen und Pfeilern, einem Kreuzrippengewölbe und einigen Orgeln, und alles wird durch ausgeklügelte Beleuchtung perfekt in Szene gesetzt.
Anschließend überqueren wir noch den weitläufigen Innenhof der Bischofsresidenz und steigen im Westflügel in das Kellergewölbe hinunter. Hier sind hinter dickem Panzerglas und streng bewacht die norwegischen Kronjuwelen ausgestellt. Die diversen Kronen, Reichsapfel, Schwert und Zepter, alles von Anfang des 19. Jahrhunderts, dürfen leider nicht fotografiert werden, was auch streng kontrolliert wird.

Der gotische Nidarosdom in Trondheim von der Seite gesehen Die romanische Liebfrauenkirche in Trondheim So dauert der Besuch nicht lange und wir legen in einem nahe gelegenen Irish Pub eine Pause ein. Laden uns die App für die Öffis aufs Handy und kaufen ein 24-Stunden-Ticket. So ausgestattet besteigen wir kurz nach 14:00 Uhr eine Straßenbahn. Fahren damit zur Endstation auf einem Hügel beim See Lian. Angeblich hat man von der Terrasse des dortigen Ausflugslokals einen schönen Blick über die Stadt, aber das Lokal ist leider zu und der dichte Bewuchs lässt nur wenig Fernblick zu. Spazieren etwas am Ufer des Sees entlang und nehmen dann die nächste Tram hinunter ins Zentrum. Dort schlendern wir noch zum Hauptplatz Trondheim Torg. Kommen dabei am Stiftsgården vorbei, dem größten Holzpalais Skandinaviens, in dem der König beim Aufenthalt in der Stadt residiert. Der große Marktplatz wird überragt von der Säule mit der Statue des Stadtgründers Olav I. und ist auf der Ostseite von hölzernen Bürgerhäusern gesäumt. Die Kirchen, Museen und Galerien hier in der Stadt haben recht eingeschränkte Öffnungszeiten und sind jetzt um 16:00 Uhr entweder schon zu oder schließen demnächst. Daher bummeln wir nur noch etwas durch die Altstadt. Schade, dass das Wetter nicht mitspielt. Mit Sonne wäre die Stadt viel hübscher, es gibt so viele bunte Fassaden. Sind um 17:30 wieder im Hotel und nach einer kleinen Regenerationspause im Zimmer gehen wir in den Frühstücksraum. Dort ist für die Hotelgäste ein einfaches Gratisbuffet fürs Abendessen aufgebaut. Wir essen eine Kleinigkeit und lassen den langen Reisetag in der Hotelbar ausklingen.

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Mi 28.9. Farbenfrohes Trondheim

Gutshaus im Trøndelag Folk Museum in Trondheim Die einfache Stabkirche im Trøndelag Folk Museum in Trondheim Stehen bei Sonnenaufgang auf und stärken uns beim Frühstückbuffet. Dann spazieren wir zur Bushaltestelle und fahren zum Sverresborg Trøndelag Folk Museum westlich der Stadt. Pünktlich zum Aufsperren um 10:00 sind wir dort und erkunden das weitläufige Areal. Die Wetter-App hatte recht - heute strahlt die Sonne vom Himmel und alles wirkt fröhlich und bunt. Es macht Spaß, durch die hierher transferierten Gebäude zu schlendern. Beginnen in der kleinen "Stadt" mit hölzernen Bürgerhäusern, Post, Apotheke und Geschäften aus dem 19. Jahrhundert. Auch die Ausstattung ist authentisch und liebevoll dekoriert. Dann begeben wir uns 'aufs Land' und sehen verschiedene Gehöfte aus allen Teilen der Provinz Trøndelag. Während der Hauptsaison werden hier Schweine, Ziegen und Schafe gehalten, aber die sind jetzt schon ausgezogen. Die hauptsächlich kleinen, windschiefen Holzhäuschen haben grasbewachsene Dächer und die Einrichtung verdeutlicht das karge Leben der Landbevölkerung im letzten und vorletzten Jahrhundert. Zwischen den Häusern sind kleine Gärtchen angelegt und auch eine Stabkirche wurde hier wieder aufgebaut. Am höchsten Punkt des weitläufigen Geländes, auf einem Felsen, kann man noch die Reste einer mittelalterlichen Burg sehen. Interessanter ist der wunderbare Blick über die Stadt und den Trondheimfjord mit der kleinen Insel Munkholmen. Nach fast zweieinhalb Stunden nehmen wir den Bus zurück in die Stadt. Der Nidarosdom ist zu dieser Tageszeit nicht fotogener als gestern, drum nehmen wir den nächsten Bus hinauf zum Wahrzeichen der Stadt, der Festung Kristiansten. Diese lag einstmals östlich außerhalb der Stadt auf einem Hügel, und von hier hat man einen schönen Blick auf Trondheim. Ein weitläufiger Park umgibt die Reste der Wehranlage, sonst sind nur mehr der Donjon und Reste der Befestigungsmauern erhalten.

Typische Holzhäuschen am Fußweg hinauf zur Festung Kristiansten Alte Brücke in Trondheim Auf einem steilen Fußweg geht es direkt wieder hinunter an den Fluss und über die Alte Brücke. Eine dicke Wolke vermiest das Fotomotiv, also gehen wir zum Trondheim Torg und halten in einem Straßencafé in der Sonne (!) eine etwas verspätete Mittagsrast. Anschließend nehmen wir den Fußweg zum Designmuseum, aber dort stehen wir vor verschlossenen Türen - Renovierung. Gehen dann halt weiter zum Kunstmuseum mit einer Dauerausstellung norwegischer moderner Künstler und Videoinstallationen im ersten Stock.

Das Museum hat noch einen Ableger in der Nähe vom Bahnhof, dort gilt dasselbe Ticket. Spazieren also einen Kilometer am östlichen Ufer der Nidelva entlang und schauen uns Bilder von norwegischen Künstlern des 20. Jahrhunderts an - ist aber nach kurzer Zeit erledigt. Über einen modernen Fuß- und Radsteg überqueren wir den Nidelva-Kanal und gehen am Hotel vorbei noch einmal zum Aussichtspunkt am Fluss. Und nun schauen die bunten Holzfassaden, hinter denen sich inzwischen Wohnungen und kleine Läden befinden, endlich malerisch aus und spiegeln sich im Fluss - Postkartenmotiv geschafft!

Doch etwas müde gehen wir nun zum Hotel zurück und legen endlich unsere Füße hoch. Machen uns frisch und spazieren dann zum nahe gelegenen Troll-Restaurant. Haben dort für 18:30 einen Tisch reserviert und werden an eine lange Tafel gesetzt, wo sich später noch weitere Gäste einfinden. Wir entscheiden uns rasch für das 5-Gänge-Menü mit Weinbegleitung. Alles gut und reichlich, so dass wir nach knapp drei Stunden zufrieden am Bahnhof vorbei zurück ins Quartier spazieren.

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Do 29.9. Nördlich des Polarkreises

Auf den Schienen nordwärts im morgendlichen, noch düsteren Norwegen Müssen heute wieder früh aus den Federn, die Reise geht weiter. Leider ist Werner etwas angeschlagen, so gibt es zusätzlich Grippemittel zum Frühstück. Rollen kurz nach halb acht zum Bahnhof und besteigen den Zug für unsere längste Etappe. Abfahrt pünktlich um 7:50 und Norwegen zeigt sich von seiner schönsten Seite, kein Wölkchen trübt anfangs den Himmel und die Landschaft ändert sich ständig. Gondeln gemächlich durch weite Kulturlandschaften, an abgeernteten Getreidefeldern vorbei. Mal fahren wir direkt der Küste entlang, mal schimmern Fjord oder Seen durch die herbstlich gefärbten Bäume, die die Bahnstrecke säumen. Irgendwann essen wir die Brötchen, die jeder Passagier bekommen hat, aber sonst kleben wir an den Fenstern und fotografieren, was die Akkus hergeben. Die Zahl der kleinen bunten Häuser nimmt immer mehr ab, die Landschaft wird karger, leuchtet aber immer noch in herbstlichen Farben. Sanfte Hügel auf der einen, schroffe Felsen auf der anderen Seite der Bahntrasse, tiefblaues Wasser und dichte Wälder.

Anzeige im Zug: Wir überqueren den nördlichen Polarkreis Um 15:40 überqueren wir den Polarkreis, was auch mittels Leuchtanzeige im Zug angekündigt wird. Das Bild ändert sich langsam, auch ziehen Wolken auf, aber es bleibt malerisch schön. Mit dem Skjerstadfjord zu unserer Linken fahren wir die letzte Stunde westwärts und erreichen um 17:40 in der Abenddämmerung die Stadt Bodø.

Wie fast überall liegt unsere Unterkunft nicht weit weg vom Bahnhof und so rollen wir unsere Koffer zum Hotel Scandic Havet. Reservieren dort gleich einen Tisch im Restaurant "Roast" im 17. Stock, damit wir nicht mehr lange ein Abendessen suchen müssen. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die kleine Stadt, den Hafen und den Fjord, das Essen ist aber nur mittelprächtig. Sind bald wieder im Zimmer und hoffen, dass wir morgen wieder beide fit sind.

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Fr 30.9. Entdeckungen in Bodø

Eine einsitzige Hawker Hurricane aus dem zweiten Weltkrieg vor dem Luftfahrtmuseum in Bodø Hubschrauber vor dem Luftfahrtmuseum in Bodø Stehen um halb acht auf und gönnen uns ein reichhaltiges Frühstück. Werner geht es etwas besser, also beginnen wir den Tag damit, die App des lokalen Transportunternehmens herunterzuladen und ein Tagesticket für die Öffis zu kaufen. An der Rezeption bestellen wir für morgen in der Früh eine Frühstücksbox, da wir schon zeitig raus müssen. Dann schauen wir, wo morgen der Bus für die Weiterreise abfährt - sollte hier in der Nähe sein. Mit etwa Mühe finden wir den Fernbusbahnhof gleich ums Eck am Fährhafen, dann stellen wir uns an die Bushaltestelle an der Straße. Fahren in die Nähe des Flughafens und suchen auch hier wieder nach einem Eingang, diesmal ins Norsk Luftfahrtmuseum. Einmal drin werden wir in die Geschichte der norwegischen Fliegerei entführt. Das Museum ist zweigeteilt, wir beginnen im zivilen Teil mit historischen kleinen und großen Passagiermaschinen, Helikoptern und sonstigem Fluggerät. Der andere Gebäudeteil widmet sich der Geschichte der Luftwaffe, auch hier hängen beeindruckende Exponate von der hohen Decke. Der alte Tower des kleinen Flughafens Bodø steht im Zentrum und von dort sieht man zum nahe gelegenen aktiven Flugplatz hinüber. Gegen 14:00 Uhr verlassen wir das Museum und nehmen nach einem Abstecher in ein nahegelegenes Einkaufszentrum den nächsten Bus zurück in die Stadt.

Claudia beim steinernen Walross vor dem Rathaus in Bodø Dort schauen wir, was im "Zentrum" sonst so los ist. Finden zuerst ein nettes Lokal mit Tischchen in der Sonne, hier gönnen wir uns eine Erfrischung. Dann gehen wir zum modernen Dom zu Bodø mit dem hohlen Turmgerüst, der hat aber nur von 11:00 bis 14:30 offen. Daneben ist das Rathaus, vor dem steht ein steinernes Walross, sonst ist der Platz recht leer.
Am Fährhafen in Bodø
Spazieren dann noch mal zum Hafen, dort haben wir einige Lokale gesehen, vielleicht gibt es in einem auch ein Abendessen. Fragen im Restaurant Bryggerikaia und bekommen einen Tisch um 17:00 Uhr, danach ist schon alles voll.

Machen uns im nahe gelegenen Hotel frisch und sind dann pünktlich vor Ort. Essen wieder sehr gut und sehen von unserem Tisch aus, dass die Sonne hier jetzt malerisch untergeht.
Gehen daher noch vor zum Hafen für Abendrotfotos, aber es wird jetzt sehr schnell frisch. Zurück im Hotel gönnen wir uns dann in der Rooftop Bar im 17. Stock einen Gin Tonic und schauen der Sonne beim endgültigen Verschwinden zu - sehr idyllisch!

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Sa 1.10. Zum Wendepunkt in Narvik

Endlose Weite und Einsamkeit auf dem Weg nach Narvik Der Tag beginnt heute schon wieder um 6:00 Uhr. Wollen an der Rezeption das gestern vorbestellte Frühstück holen, aber dort weiß man von nichts. Aber immerhin dürfen wir uns im kleinen Laden gratis etwas Proviant und einen Coffee-to-go holen.

Dann stehen wir bei frischem Wind am Fernbusterminal und warten auf den Linienbus weiter in den Norden. Kaufen beim Busfahrer die Tickets bis Narvik, mit dem Interrailpass kommen wir hier nicht weiter. Abfahrt pünktlich um 7:22 und unterwegs sammeln wir an allen möglichen und unmöglichen Stellen weitere Passagiere ein. Dörfer oder Ortschaften liegen keine direkt an der Straße, nur versprengte Gehöfte sind vereinzelt zu sehen. 'Unser' Bus auf der Fähre beim Fjordqueren

Nach etwas mehr als 3 Stunden Fahrt bei prächtigem Wetter durch malerische Herbstlandschaft kommen wir in Innhavet an. Dort müssen wir umsteigen und um 10:50 geht es weiter. Schon nach kurzer Zeit rollt der Bus in Drag auf eine Fähre und wir überqueren einen Fjord. In diesen 45 Minuten gönnen wir uns eine kleine Jause im Café und schauen dann - dick eingepackt - an Deck der Landschaft beim Vorbeiziehen zu. Die Strecke führt dann kurvenreich am Fjord entlang, aber auch durch Tunnel und über Bergrücken, alles unter blauem Himmel, aber teilweise sind Wiesen und die wenigen geparkten Autos noch mit Reif überzogen - brrrrrr!

Ein alter VW Käfer im Museum historischer Fahrzeuge in Narvik Wir erreichen um 13:45 das Busterminal von Narvik und nehmen gleich ein Taxi zum gebuchte Quality Hotel Grand Royal. Stellen nur das Gepäck ins Zimmer und beginnen die Erkundungstour durch die nördlichste Station unserer Reise. Beginnen beim nahe gelegenen Bahnhof, denn morgen sind wir wieder auf Schiene. Spazieren dann wieder zurück ins "Sentrum" (in der Sonne sogar recht warm) und schauen im Museum historischer Fahrzeuge (Narvik Kjøretøyhistoriske Museum) vorbei. Befindet sich im Untergeschoß unter der Touristeninfo, wo es auch die Eintrittskarten zu kaufen gibt - das hat uns dort aber niemand gesagt, als wir nach dem Museum gefragt haben, darum latschen wir einmal umsonst um den ganzen Komplex herum. Sind danach auch nicht sicher, ob es die Mühe wert war, es gibt genau 7 Autos, ein Motorrad, einen uralten Wohnwagen und eine kleine Modelleisenbahn zu sehen...

Dann schlendern wir noch auf der Sonnenseite der Hauptstraße entlang und versuchen ein Lokal fürs Abendessen zu finden. Die Auswahl ist aber eher begrenzt, hauptsächlich Pizza oder Burger oder geschlossen. Legen im Zimmer einen Zwischenstopp ein und beschließen dann, in das Restaurant Rallar'n Pub & Kro im Hotel zu gehen. Bekommen auch noch einen Tisch und können dann in uriger Atmosphäre ein ganz passables Abendessen vertilgen.

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So 2.10. Kurzer Stopp im Norden Schwedens

Der schwedische Zug mit 3 Wagons bringt uns nach Luleå Nach einem reichlichen Frühstück verlassen wir um 10:00 das Hotel und rollen mit den Koffern zum nahen Bahnhof. Besteigen mit einigen weiteren Reisenden den kleinen Zug, belegen unsere reservierten Plätze und tuckern um 10:25 los. Befahren nun die legendäre Ofotbanen, die Kiruna in Nordschweden mit der Nordsee bei Narvik und der Ostsee bei Luleå verbindet. Ein paar finnische Mitreisende steigen irgendwo bei einem Halt in der Wildnis aus, um ein paar Tage zu wandern - wer's mag!? Wir sitzen am Fenster und können uns an der Landschaft nicht satt sehen. Der kleine Zug fährt durch Tunnel und über Hochebenen, bleibt an einsamen Bahnhaltestellen stehen, an denen einfache Unterkünfte für Weitwanderer in Form von kleinen Holzhütten oder als Campingplatz liegen. Vereinzelt sind in den Tälern an Seen kleine bunte Häuser zu sehen und auf einem Parkplatz stehen doch einige Autos von Wanderern - Menschen sehen wir so gut wie nie. Um 12:00 Uhr halten wir an einem kleinen Bahnhof etwas länger.

Die Bahnstation Bjorkliden am Tornesee, dem sechstgrößten Schwedens Wir sind dem Fahrplan weit voraus, daher dürfen die Passagiere in Bjorkliden am Tornesee aussteigen und sich eine knappe halbe Stunde die Füße vertreten. Kurz nach der Weiterfahrt passieren wir die Grenze zu Schweden und nun macht auch das winzige Bordbistro auf. Die Preise sind nur in schwedischen Kronen angeschrieben. Die Strecke wendet sich nun südwärts und die Landschaft wird noch karger. Knapp 3 Stunden später erreicht der Zug den Bergbauort Kiruna. Wenige Wochen vor unserer Reise wurde mit viel Pomp die Eröffnung des neuen Stadtzentrums etwa 5 km östlich vom bisherigen gefeiert. Um die Bodenschätze abbauen zu können, wird der ganze Ort etappenweise übersiedelt! Wir sehen aber nur das Denkmal für die Minen- bzw. Bahnarbeiter, dann geht es auch schon weiter. Hier sind viele Rucksackreisende aus aller Herren Länder eingestiegen und es wird eng in den drei Wagons. Die Gegend wird nun flach und fad, fast keine Vegetation mehr, und auch der Himmel wird grauer. So wird das Schauen eher ermüdend, daher dösen wir und lesen in unseren Unterlagen. In Boden Centralstation steigen die meisten Reisenden um in den Zug nach Stockholm, wir bleiben aber sitzen und fahren noch eine halbe Stunde. Denkmal für die Minen- und Bahnarbeiter in Kiruna Schließlich erreichen wir um 18:16 den kleinen Bahnhof von Luleå. Es ist schon recht dunkel, daher sind wir froh, dass unser Comfort Hotel Arctic wieder recht nahe liegt. Gleich nach dem Check-In suchen wir den Busbahnhof und erkunden die Möglichkeiten für die morgige Weiterfahrt - auch hier führen keine Schienen ans nächste Ziel.

Dann haben wir Zeit uns ein Abendessen zu suchen. Dafür spazieren wir zu einer nahen Fußgängerzone, dort entscheiden wir uns für die Taverna Kafelino, ein kleines griechisches Lokal. Das Essen ist aber gut und so wie es klingt, sind tatsächlich echte Griechen am Nebentisch.

Beim Spaziergang zurück zum Hotel haben wir den Eindruck, wir sind die einzigen Menschen in dieser Gegend, nix ist los auf der Straße. Immerhin ist es nicht so kühl, wie wegen des Nebels befürchtet. Im Zimmer schauen wir dann noch, wie es in den nächsten Tagen weitergehen könnte und planen im Internet die nächsten Stationen.

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Mo 3.10. Mit Bus und Bahn weiter nach Finnland

Stehen zwar recht zeitig auf, aber unser enger Fahrplan lässt keine Besichtigung der kleinen Hafenstadt am Bottnischen Meerbusen zu. Um halb zehn rollen wir in dichtem Nebel zum Busbahnhof und finden tatsächlich den Bus, der uns zur finnischen Grenze bringen wird. Eigentlich sollte es auch eine durchgehende Busverbindung bis Kemi in Finnland geben, aber davon weiß hier keiner etwas. Immerhin wird unser Interrailpass als Fahrkarte akzeptiert und wir können unbesorgt losfahren. Es sind nur 130 km bis Haparande, aber der Bus verlässt die Hauptstraße häufig, um unterwegs in jedes Ortszentrum zu fahren. Dort werden weniger Fahrgäste, als Kisten ein- und ausgeladen, denn die Busse haben einen kleinen LKW-Aufbau und dienen auch dem Warentransport. Die Strecke folgt dem Meer, von dem wir im Nebel aber nichts sehen, und es zieht sich etwas. Endlich steigen wir am Busterminal direkt an der Grenze aus und stehen etwas verlassen da. Laut ausgehängtem Fahrplan fährt hier erst in 3 Stunden ein Bus nach Finnland ab. Aber dann finden wir einen Angestellten, der uns sagt, dass über der Grenze, im finnischen Tornio, gleich links beim gelben Hochhaus mit der großen Uhr um 13:00 Uhr schwedischer Zeit ein Bus nach Kemi abfährt. Rollen also beim Hinterausgang raus, die einzige Straße entlang und finden tatsächlich die Bushaltestelle. Und es kommt pünktlich um 14:00 finnischer Zeit ein Bus voller Schüler. Zwar wird unser Interrailpass hier nicht akzeptiert, aber das ist schnell vergessen. denn der Busfahrer macht am Endpunkt der Linie in Kemi extra für uns einen Umweg und bringt uns direkt zum Bahnhof. Dort können wir dann 5 Minuten später planmäßig in den IC nach Oulu einsteigen. Dieser Zug hat nun wieder eine erste Klasse, die zwar nicht bequemer, aber ruhiger ist, als der restliche Zug. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir um 15:43 finnischer Zeit unser heutiges Etappenziel Oulu.

Ein augenzwinkerndes Denkmal für die Marktpolizei am Marktplatz von Oulu Eines der pastellfarbenen Holzgebäude am Marktplatz von Oulu Das Hotel Apollo ist nur wenige Minuten entfernt und dort bekommen wir ein kleines Zimmer mit eigener Sauna im Bad. Halten uns nicht lange auf und erkunden gleich die paar Sehenswürdigkeiten der Stadt. Beginnen bei der Markthalle und dem Dicken Polizisten davor, einem liebevollen Denkmal für die Marktpolizei. Dann gehen wir weiter zum kleinen Gasthafen in der Nähe und besuchen die pastellfarbenen Holzgebäude entlang des Marktplatzes. Sehen etwas windschief aus, bei schönerem Wetter wären sie sogar malerisch zu nennen.

In einer Weinbar überbrücken wir dann die Zeit bis zum Abendessen. Haben über das Internet einen Tisch im Restaurant Frans & Camille reserviert, dort gönnen wir uns dann ab 18:30 ein feines Menü mit nordischen Spezialitäten. Unterhalten uns auch ganz nett mit der thailändischen Kellnerin, die erst vorige Woche auf Exilantentreffen in Österreich war.

Zurück im Hotel möchten wir noch die Sauna ausprobieren, aber wir schaffen es nicht, die winzige Kabine anzuheizen - aber wir sind ja noch länger in Finnland, da wird es sich schon noch einmal ausgehen.

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Di 4.10. Es geht langsam südwärts

Die ehemaligen Finlayson-Textilwerke mitten in der Stadt Tampere Nach den beiden letzten Tagen, die eigentlich nur Transit waren, beginnt heute wieder entspannteres Reisen. Zuerst müssen wir aber doch noch bei dichter Bewölkung zum Bahnhof. Pünktlich um 9:16 fahren wir in der Ekstra-Klasse oben im Doppelstock-Wagon ab nach Tampere. Je weiter wir in den Süden kommen, desto freundlicher wird es und bei unserer Ankunft um 13:53 lacht die Sonne vom blauen Himmel.

Aussichtsturm Näsinneula am Ufer des Nasijärvi-Sees in Tampere Gehen gleich zum Hotel Scandic Tampere Station und können auch schon das Zimmer beziehen. Sind aber kurz nach zwei schon auf dem Fußweg ins alte Stadtzentrum zum Zentralplatz mit Springbrunnen, der Alten Kirche, einem Holzbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und dem Stadttheater. Liegt alles malerisch in der Sonne, aber der Platz ist fast menschenleer. Spazieren von dort weiter zum Vergnügungspark Särkänniemi am Ufer des Nasijärvi-Sees. Der Park selbst ist schon in der Winterpause, aber der Aussichtsturm Näsinneula mit Café auf 120 Metern Höhe ist geöffnet. Fahren mit dem Lift hinauf und haben von dort oben wirklich einen tollen Fernblick über die flache Landschaft und die erstaunlich grüne Stadt mit den herbstlichen Bäumen zwischen den Wohnanlagen rund um das Stadtzentrum.

Herbstlich bunt leuchtende Laubbäume vor dem Dom in Tampere Trinken den im "Turmticket" inkludierten Kaffee und sehen von hier oben, dass die Tuomiokirkko (Domkirche) gerade richtig schön in der Sonne liegt. Morgen soll das Wetter schon wieder schlechter werden, so fahren wir wieder mit dem Lift hinunter und mit dem nächstmöglichen Bus zurück ins Zentrum. Spazieren zur Domkirche mit den beiden unterschiedlich hohen Türmen und machen die Pflichtfotos vom Granitbau im Stil der finnischen Nationalromantik. Steht wehrhaft hinter einer kleinen Burgmauer und ist - wie fast zu erwarten war - natürlich geschlossen.

In einem Straßencafé genießen wir die letzten Sonnenstrahlen und gönnen uns ein Glas Rotwein, während wir Leute schauen. Auf dem weiteren Spaziergang kommen wir auch zu einem Alko-Shop, der sogar Weine aus Österreich führt. Nach einer kurzen Restaurierungspause im Hotel, spazieren wir zum Ristorante Pulcinella und müssen trotz Reservierung auf einen Tisch warten. Es ist ein echt echtes italienisches Restaurant und das Essen ist ausgezeichnet. Dauert zwar alles etwas länger, ist aber wirklich frisch und wir machen uns zufrieden auf den Heimweg.

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Mi 5.10. Turku - Industriestadt mit Charme

Ausgestopfter Elch vor Fototapete im Vapriikki Naturkundemuseum von Tampere Glasfenster und Wandmalerei im Dom von Tampere Bevor wir heute weiter in den Süden nach Turku fahren wollen wir noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit würdigen. Nach dem Frühstück spazieren wir bei leichtem Nieselregen los, das Ziel ist der Vapriikki genannte Museumskomplex. Liegt auf dem ehemaligen Industriegelände der Finlayson-Textilwerke. Mit einer Eintrittskarte können wir uns die diversesten Ausstellungen ansehen. Neben der Ausstellung zur Finlayson-Firmengeschichte gibt es da z.B. ein Feuerwehrmuseum, ein Postmuseum, ein Naturkundemuseum, ein separates Mineralienmuseum, aber auch die Finnische Eishockey-Hall of Fame und ein Spielemuseum. Dort vergnügen wir uns etwas länger an den noch funktionstüchtigen Flipperautomaten, fast wie Teenager ;-).

Nach einer Pause im Museumscafé gehen wir noch einmal zum Dom, der ist in der Wintersaison von 11:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Das Innere der im Jahr 1907 eingeweihten Kirche ist lutherisch-nüchtern und wird von monumentalen Wandmalereien im Stil des finnischen Symbolismus geprägt. Sind Meisterwerke finnischer Meister, aber ganz unser Fall ist das nicht.
Für eine weitere Besichtigung fehlt uns jetzt die Zeit, denn um 16:10 fährt unser Zug. Gönnen uns in einem Café noch einmal eine Stärkung und holen dann unsere Koffer im Hotel. Rollen zum nahen Bahnhof und können gleich in den schon wartenden Zug nach Turku einsteigen.

Kommen nach ruhiger Fahrt pünktlich um 17:50 in der ältesten Stadt Finnlands an. Da unser Hotel diesmal nicht in Bahnhofsnähe ist, gönnen wir uns ein Taxi zum Hotel Scandic Hamburger Börs im Zentrum der Stadt. Bekommen ein geräumiges Zimmer im 7. Stock und haben nun genügend Zeit, uns fürs Abendessen herzurichten. Spazieren dann zum nahe gelegenen Fluss Aurajoki und diesem entlang zur nächsten Brücke. Dort ist das Restaurant Gustavo, wo wir uns mit mediterranen Gerichten verwöhnen lassen. Zurück im Hotel lassen wir den Tag in der Sky Bar im 9. Stock mit einem Gin Tonic ausklingen.

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Do 6.10. Letzte Stadt in Skandinavien

Modell der Burg von Turku Große Elephantenskulptur beim Eingang des Ars-Nova-Museums in Turku Heute ist unser letzter voller Tag in Skandinavien. Gleich nach dem Frühstück erledigen wir den Online-Check-In für den morgigen Flug mit Finnair nach Zürich. Dann gehen wir zur nahe gelegenen Touristeninfo um uns Tipps für die Stadtbesichtigung zu holen. Beschließen, den Tag bei der Burg zu beginnen. Der direkte Bus dorthin fährt gleich ums Eck los, die Fahrkarten-App haben wir schon gestern heruntergeladen, nur der Regen hat noch nicht aufgehört.

Das alte Gemäuer hat seinen Ursprung im frühen 14. Jahrhundert, damals noch auf einer Insel, und liegt mittlerweile am Hafen. Es musste nach einem sowjetischen Brandbombentreffer im 2. Weltkrieg über Jahrzehnte restauriert werden. Ist ausgedehnter als gedacht, der Weg führt über viele Treppen und Stufen, aber es ist ein interessantes Museum. Modelle der Burg, höfisches Leben im Mittelalter, gotische Skulpturen und Kleider. Sogar ein paar mittelalterliche Fresken haben den Bombenangriff überstanden. Nach zwei Stunden verlassen wir die Burg. Es hat aufgehört zu regnen, und so setzen wir uns nach der Rückfahrt ins Zentrum vor ein Lokal und genießen die Sonne.
Dann spazieren wir zum Ars-Nova-Museum, wo wir ab halb zwei zuerst die archäologische Sammlung im Keller anschauen. Dann geht es in die Obergeschosse, wo derzeit eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Form von farbenfrohen Wandteppichen eines finnischen Künstlers zu sehen ist. Zum Drüberstreuen gibt es noch eine Sammlung abstrakter Gemälde. Folgen nun dem Fluss bis zum Dom, der ist aber kein touristisches Muss.

Loris im botanischen Garten in Turku Dom von Turku im Abendlicht Jetzt ist es halb drei und wir wollen noch zum botanischen Garten der Universität Turku. Leider ist der stündliche Bus gerade weg, also gönnen wir uns ein Taxi auf die Insel Ruissalo. In den 6 Gewächshäusern werden Pflanzen aus verschiedene Klimazonen gezeigt. Zwischen den Orchideen fliegen auch ein paar Papageien bzw. Wellensittiche, unter den Seerosen leben Koi und im Wüstenbereich stehen beeindruckende Kakteen. Im Freigelände ist der Herbst schon unübersehbar eingezogen, im Rosengarten ist nichts mehr zu sehen, auch die Dahlien sehen schon etwas mitgenommen aus. Machen nur einen kurzen Spaziergang unter den bunt belaubten Bäumen und sind um 16:00 Uhr an der Bushaltestelle. Eine knappe halbe Stunde später sind wir wieder im Zentrum. Eine weitere Besichtigung geht sich nun nicht mehr aus, also gehen wir ins Hotel und machen uns frisch für ein letztes feines Abendessen, außerdem packen wir schon mal unsere Sachen für den morgigen Heimflug.

Kurz nach sechs gehen wir im milden Abendlicht dem Fluss entlang noch einmal zum Dom, denn jetzt schaut er besser aus als am bewölkten Nachmittag. Wir haben im Restaurant "Smör" kurzfristig noch einen Tisch bekommen und sind schon gespannt. Werden dann nicht enttäuscht, ist nicht umsonst eine Michelin-Empfehlung. Wählen das 10-gängige Degustationsmenü und bekommen in gediegenem Ambiente hauptsächlich kleine Tellerchen, Häppchen und Bissen mit nordischen Spezialitäten serviert, eines außergewöhnlicher als das andere. Dazu passende Getränkebegleitung - ein echter Luxus, aber jeden Euro wert! Nach über zweieinhalb Stunden verlassen wir das beste Restaurant unseres Urlaubs und schlendern zurück zum Hotel.

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Fr 7.10. Heimreise: Flug und Zug nach Hause

Zum letzten Mal rote Häuschen und herbstlicher Wald vor dem Zugfenster Alles hat ein Ende, auch unser Bahnurlaub in den hohen Norden. Nach einem letzten reichlichen Frühstück lassen wir uns ein Taxi rufen und fahren damit zum Bahnhof Kupittaa. Wegen umfangreicher Umbauarbeiten am Turku-Zentralbahnhof fahren nur von Kupittaa Züge nach Helsinki und weiter zum Flughafen. Am Bahnsteig steht schon der Zug und wir schleppen wie üblich unsere Koffer in die Ekstraclas im oberen Stock. Da noch reichlich Zeit bis zur Abfahrt ist, vertritt sich Werner noch einmal die Beine. Dabei fällt ihm auf, dass die am Zug angezeigte Nummer nicht mit unserem Ticket zusammenpasst. Etwas aufgeschreckt steigen wir wieder aus und finden vor diesem Zug - mit vielleicht einem halben Meter Abstand - noch eine andere Garnitur mit der richtigen Nummer. Steigen ein und schleppen unsere Koffer wieder in den oberen Stock, gerade rechtzeitig bevor sich der Zug in Bewegung setzt - Glück gehabt!!
Unser Airbus A321 nach Zürich am Flughafen Helsinki
Nach knapp zwei Stunden ereignisloser Fahrt durch eine herbstlich-bunte Landschaft mit abgeernteten Feldern erreichen wir Pasila, einen Vorort von Helsinki. Dort steigen wir in eine S-Bahn um. Sind pünktlich um 13:53 am Flughafen, wo wir dann etwas mit dem Self-Check-In kämpfen, aber letztendlich unsere Koffer dann doch loswerden. Nach einem gründlichen Securitycheck - wir haben zu viele Kabel und sonstiges elektronische Zeug dabei - können wir endlich im Abflugbereich ein letztes sündteures Bier mit Blick auf ein fast leeres Rollfeld süffeln. Das Boarden verspätet sich, aber geht dann schnell, weil der Flieger nur halb voll ist. Nach einem windigen und ruckligen Start verläuft der Flug ruhig und wir landen pünktlich um 18:20 in Zürich. Bis zur Abfahrt unseres Zuges haben wir noch Zeit für ein kleines Abendessen, das uns trotz Flughafenpreisen gar nicht so teuer vorkommt, sind wohl ein wenig skandinavienverseucht. Um 19:45 stehen wir am unterirdischen Bahnsteig und finden noch Plätze im 1. Klasse-Abteil des EC199. Fahren mit nur zwei Stopps durch bis Bregenz, steigen dort um in die S-Bahn und sind kurz nach 21:30 wieder daheim.

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